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von factum-Redaktion

Mensch

Frühe Hilfe wird möglich

Aus einer persönlichen Betroffenheit resultierte eine medizinische Hilfe für andere: Vor drei Jahrzehnten wurde beim Sohn von Raphael Rembrand in Israel Autismus diagnostiziert. Dieser war zum Zeitpunkt der Diagnose bereits drei Jahre alt. Damit war es zu spät für eine Frühintervention. Jetzt entwickelte Raphael Rembrand ein Verfahren zur Früherkennung von Autismus.

Das SensPD genannte Diagnoseverfahren kann bereits bei Säuglingen angewendet werden. Damit wird eine sehr frühe Therapie möglich, die bei Kindern mit Autismus besonders wichtig ist. Die Methode, die Rembrand entwickelt hat, basiert auf demselben Verfahren, mit dem das Hörvermögen von Säuglingen getestet wird. Dabei werden die «otoakustischen Emissionen» (OAE) ermittelt. Das Autismus-Testverfahren nutzt diese, um aus der sensorischen Wahrnehmungsfähigkeit des Babys Rückschlüsse auf eine mögliche Autismuserkrankung zu ziehen.

An Autismus erkrankte Menschen leiden unter Reizüberflutung. Sie können die vielfältigen sensorischen Informationen nicht filtern. Damit hängt auch ihre soziale Beeinträchtigung zusammen: Signale wie Körpersprache und Augenkontakte können nicht interpretiert und genutzt werden. «Ich bin Ingenieur, und das heisst, immer wenn ich versuche, ein Problem zu lösen, versuche ich zuallererst zu verstehen, was das Problem ist», sagte Rembrand der israelischen Nachrichtenseite «Israel21c». «Was den Autismus anbetrifft, so herrscht nach wie vor kein Konsens hinsichtlich des defekten Mechanismus. 2002 wurde mir klar, dass niemand nach diesem Mechanismus suchte, und das hat mich so sehr frustriert, dass ich die Suche zu einem Vollzeitjob machte.»

Sinneswahrnehmung, so lernte er, hängt von einem Mechanismus im Innenohr ab, der Töne produziert «wie das Geräusch, das man hört, wenn man eine Muschel ans Ohr hält». Es kann gemessen werden, indem ein winziges Mikrofon im Gehörgang platziert wird.

«Wenn Neugeborene auf ihr Hörvermögen überprüft werden, misst man dieses Geräusch. Das Gerät dafür gibt es also bereits. Wir verwenden lediglich andere Reize, um zusätzlich zu den standardmässigen Hörtests auch die sensorische Wahrnehmung zu messen», erklärt Rembrand. Für ihn geht mit der Entwicklung dieses Diagnoseverfahrens ein Traum in Erfüllung. Es kann früher mit Therapien begonnen werden und es ist die Voraussetzung geschaffen, um Frühtherapien zu entwickeln.

(Artikel aus factum 02/2018)

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