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von factum-Redaktion
«Einfallstor für Massenscreening»
Den Entscheid hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bereits im September 2019 beschlossen.
Der Ausschuss hielt damals ausdrücklich fest, dass der Bluttest «nur in begründeten Einzelfällen bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken» durchgeführt werden und «mit intensiver Beratung und Aufklärung» verbunden sein muss. In der dazugehörigen Patienteninformation vom November 2021 klingt es allerdings ganz anders. Hier wird festgehalten, dass die Krankenkasse nicht nur zahlt, wenn sich aus anderen Untersuchungen ein Hinweis auf eine Trisomie ergeben hat, sondern auch, wenn eine Frau gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt zu der Überzeugung kommt, dass der Test in ihrer persönlichen Situation notwendig ist. Alexander Scharf, Frauenarzt und ehemaliger Vorsitzender des Berufsverbandes niedergelassener Pränatalmediziner, geht deshalb davon aus, dass künftig 90 Prozent aller Schwangeren den Test in Anspruch nehmen werden. Er sieht den Test letztlich als «Einfallstor für ein Massenscreening». Das Fatale dabei sei, dass der Test keine Diagnose liefere, sondern lediglich eine Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomenanomalie. Vor allem bei jüngeren Frauen mit geringem Trisomie-Risiko gebe es dadurch viele falsch-positive Ergebnisse. «Bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren liegt die Falsch-Positiv-Rate von NIPT auf Trisomie 21 bei 50 Prozent, bei den Tests auf Trisomie 18 und 13 sogar noch weit höher», sagt Scharf. Entsprechend dürfte die Zahl der Abbrüche absehbar steigen.
Meldung aus factum 04/2022
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