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von Carola Eissler

Glaube

Dreitätige Staatstrauer nach Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Beerdigung in Jordanien

In Jordanien herrscht landesweites Entsetzen nach dem Anschlag vom vergangenen Freitag mit neun Toten und 30 Verletzten. Bislang hat sich niemand zum Anschlag bekannt, die Täter sind nach wie vor auf der Flucht. Für Christen war es in Jordanien im Vergleich zu anderen islamischen Ländern bisher relativ ruhig.

Nach dem islamistischen Anschlag auf eine Beerdigungsfeier in der griechisch-orthodoxen St.-Georgs-Kirche im jordanischen Hammoud, südlich von Amman, hat Jordaniens König Abdullah eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Bei dem Anschlag am Freitag waren neun Menschen getötet und 30 verletzt worden. Bislang hat sich keine Gruppierung zu dem Anschlag bekannt. Eine Überwachungskamera hatte die Tat aufgenommen. Zu sehen sind drei Männer, die mit Maschinengewehren und Pistolen das Feuer auf die rund 200 Trauergäste eröffnen.

 

Bislang herrschte relative Ruhe

Christen machen zwischen zwei und vier Prozent der Bevölkerung im Haschemitischen Königreich aus. Bislang herrschte in dem Land im Vergleich zu anderen islamischen Staaten relative Ruhe, die jordanische Regierung verfolgt eine Politik der religiösen Toleranz. Laut der Menschenrechtsorganisation «Open Doors» haben Christen ein relativ hohes Mass an Religionsfreiheit. Allerdings werden sie immer wieder in Anstellungsverhältnissen diskriminiert, ihre Aktivitäten werden überwacht und Predigten im öffentlichen Raum werden eingeschränkt.

 

 

Regierung hat sofort reagiert

Die jordanische Regierung hat sofort auf den Terroranschlag reagiert, der landesweit Entsetzen auslöste. Der Ministerpräsident nahm an der Beisetzung der Toten teil, König Abdullah bezeichnete die Ermordeten als «Märtyrer». Die Regierung hat die Tat als Terrorakt eingestuft und eine Nachrichtensperre über das ganze Land verhängt, die Täter sind jedoch weiter auf der Flucht.

Das Königreich hat höchstes Interesse daran, dass das Land weiterhin als stabil und sicher gilt, auch wegen der vielen Touristen, die jedes Jahr die christlichen Stätten besuchen. Zu den berühmtesten zählen die Bergfestung Machärus/Mukawir von Herodes Antipas, in der Johannes der Täufer gefangen gehalten und hingerichtet wurde, der Geburts- und Himmelfahrtsort des Propheten Elias, Tel Mar Elias, und auch die Stadt Madaba mit der berühmten Mosaikkarte aus dem 6. Jahrhundert in der griechisch-orthodoxen St.-Georgs-Kirche, die das Heilige Land darstellt.

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