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von factum-Redaktion
Die Macht der Worte
Früher, bis Anfang Mai 2009, hiess es auf der WHO-Website, dass eine Pandemie «mit einer grossen Zahl an Toten und Erkrankungen einher» gehe.1 Kurz darauf wurde diese Passage gestrichen und wenige Wochen danach rief die WHO die Schweinegrippe aus, die sich nicht durch hohe Opferzahlen auszeichnete und ein «mildes Virus» war. Daran erinnerte unlängst etwa der Vorsitzende der «Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft» (AkdA), Prof. Wolf-Dieter Ludwig, in einem Interview mit der Tageszeitung «Welt». Mit einer Pandemiedefinition, die eine hohe Sterblichkeit und regelhaft sehr schwere Krankheitsverläufe beinhaltet (was ja gemeinhin eine Pandemie auszeichnet), hätte die WHO wegen Corona keine Pandemie ausrufen können. Nun hat die WHO die Definition von Herdenimmunität geändert. Bislang war Herdenimmunität «der indirekte Schutz vor einer Infektionskrankheit, der eintritt, wenn eine Population entweder durch eine Impfung oder eine durch eine frühere Infektion entwickelte Immunität immunisiert ist». Jetzt ist Herdenimmunität bei der WHO «ein Konzept, das für Impfungen verwendet wird, bei dem eine Bevölkerung vor einem bestimmten Virus geschützt werden kann, wenn ein Schwellenwert für die Impfung erreicht wird. Herdenimmunität wird erreicht, indem man Menschen vor einem Virus schützt, nicht indem man sie ihm aussetzt.» Herdenimmunität hat also nichts mehr mit natürlicher Abwehrkraft zu tun, sondern ist per Definition jetzt an eine Impfung gekoppelt. Wenn es also politisch darum geht, einen Immunitätsausweis als Voraussetzung für die Gewährung von Bewegungsfreiheit einzuführen, dann spielt die Definition, der man folgt, die entscheidende Rolle. Es wird nicht genügen, dass der Einzelne seine Immunität dokumentiert, sondern dass er eine Immunität durch Impfung nachweisen kann.
Meldung aus factum 02/2021.
1 http://web.archive.org/web/20061230201645/www.who.int/csr/disease/influenza/pandemic/en/print.html
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