© shutterstock.com/Allexxandar

Uhr
von Raphael Berger

Natur

Die Daten zeigen etwas ganz anderes

Gibt es einen drastischen Anstieg von Naturkatastrophen? Glaubt man den zahlreichen Schlagzeilen, ist die Antwort eindeutig: Ja. Das Problem: Ein genauerer Blick in die Daten zeigt ein anderes Bild.

Gesammelt werden diese vom «Centre for Research on the Epidemiology of Disasters» (CRED) in Belgien, das in seiner Emergency Events Database (EM-DAT) Daten über Naturkatastrophen sammelt. «Zwar zeigen die Grafiken einen deutlichen Anstieg von Naturkatastrophen – allerdings dokumentieren sie nicht die tatsächliche Häufigkeit, sondern lediglich ihre gemeldete Zahl», schreibt WELT-Chefreporter Wissenschaft Axel Bojanowski in einer Analyse1. Der Haken: Früher trafen nur spärlich Berichte über Naturkatastrophen ein, heute gibt es durch Handyfotos und Videos selbst aus entlegensten Gebieten Berichte über Katastrophen2. Das CRED selbst schrieb deshalb bereits in seinem Sachstandsbericht 2007, es wäre irreführend, den Aufwärtstrend bei Wetterkatastrophen im Wesentlichen durch den Klimawandel zu rechtfertigen. Erst seit der Jahrtausendwende seien die Daten verlässlich, so das Institut. Und siehe da: Seither zeigen die Grafiken keinen Anstieg der Häufigkeit von Wetterkatastrophen mehr, sondern vielmehr eine Seitwärtsbewegung. Dass dies nur schwer zu der öffentlichen Wahrnehmung passt, spürt auch das Institut. «Wir bekommen Hassmails, weil unsere Daten nicht zeigen, dass Katastrophen zunehmen», sagte CRED-Forscherin Debarati Guha-Sapir 2020.

Auch in Europa gibt es laut EM-DAT keine Zunahme von Wetterkatastrophen (eher im Gegenteil), seit die berichtete Anzahl der Ereignisse vertrauenswürdig ist. Die Weltbevölkerung hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts vervierfacht – und somit eigentlich auch das Potenzial für Zerstörungen bei Wetterkatastrophen. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Katastrophe zu sterben, drastisch gesunken. Die um Inflation und Wertzuwachs bereinigte Statistik der Versicherungsschäden von Wetterextremen offenbart sogar einen abnehmenden Trend. «Besonders gefährlich», so Bojanowski, «war das Wetter in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Allein Mitte der 1870er-Jahre starben mehr als 50 Millionen Menschen im Zusammenhang mit Wetterextremen, rund vier Prozent der damaligen Weltbevölkerung.» Moment mal: Ist das aus Sicht der «Klimaschützer» nicht jene «glorreiche Zeit», als das «Klima» noch in Ordnung war, weil der Mensch nicht solche Unmengen an CO2 in die Atmosphäre schleuderte?

Bojanowski: «Es ist eine der grössten Erfolgsgeschichten der Menschheit: Trotz der seit Beginn des 20. Jahrhunderts vervierfachten Weltbevölkerung und zunehmender globaler Erwärmung ist die Wahrscheinlichkeit, wegen einer Wetterkatastrophe zu sterben, um mehr als 95 Prozent gesunken.» Doch dafür hat kaum einer Gehör. Nochmals Debarati Guha-Sapir: «Niemand möchte gute Nachrichten.» Raphael Berger

1    https://www.welt.de/wissenschaft/plus686cf32fd1592e395c9d43bf/Erdbeben-Tornados-Tsunamis-Die-Maer-von-der-Zunahme-der-Naturkatastrophen.html?icid=search.product.onsitesearch
Der Artikel befindet sich hinter einer Bezahlschranke. Er kann bei Interesse bei der Redaktion angefordert werden: info@factum-magazin.ch
2    https://ourworldindata.org/disaster-database-limitations
Der Artikel aus der WELT bezieht sich unter anderem auf diese Daten.

Meldung aus factum 06/2025

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/fran_kie
Mensch

Feindbild «rechts»

Fast ein Drittel der Deutschen ordnet sich rechts der Mitte ein. Durch den «Kampf gegen Rechts» werden diese Bürger ausgegrenzt.

[mehr] Feindbild «rechts»
© shutterstock.com/Mini-Onion
Glaube

Ein grosser Segen

Ein Land in Europa – ohne Bibel in eigener Landessprache? Das ist die Realität in Luxemburg. Eine Bibel auf Luxemburgisch wird erst jetzt Wirklichkeit – mit grossem Segen.

[mehr] Ein grosser Segen
© shutterstock.com/Lukas-Gojda
Natur

Waldgeräusche beruhigen

Eine Studie¹ zeigt, dass Waldgeräusche sich positiv auf das kurzfristige Wohlbefinden von Menschen auswirken – insbesondere gilt das für heimische Wälder.

[mehr] Waldgeräusche beruhigen

Mehr entdecken

ethos  

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos bringt die Frohe Botschaft mitten ins Leben, informiert über Zeittrends, hält den Wertmassstab der Bibel hoch und macht Mut, den Glauben im Alltag zu leben. Die Zeitschrift für Jung und Alt erscheint 6-mal im Jahr mit 68 Seiten.

ethos open hands 

Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.