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von factum-Redaktion
Chile will Menschenhandel verbieten
Kommerzielle Agenturen hatten es sich zunutze gemacht, dass es in Chile keine gesetzlichen Regelungen gab. Ein überparteilicher Zusammenschluss von Abgeordneten – unter ihnen Sozialisten, Christdemokraten, Liberale und Konservative – hat nun einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der auf ein Verbot von Leihmutterschaft abzielt. Die Parlamentarier argumentieren, dass die Praxis der Leihmutterschaft einen Missbrauch und eine Rechtsverletzung darstellt. Sie degradiere Frauen und Neugeborene zu Objekten, verletze die Würde von Frauen und Kindern und führe zu einer ungebremsten Kommerzialisierung von Schwangerschaften. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, dass keine Frau mehr «als Leihmutter benutzt» werden darf. In dem Entwurf wird daher jede Art von Vertrag, der eine Frau zur Schwangerschaft zugunsten einer anderen Person verpflichtet, als unzulässig erklärt. Leihmutterschaft habe sich zu einer «skrupellosen Industrie» mit Milliardenumsätzen entwickelt, erklärte der Abgeordnete Juan Irarrázaval.
Chile war das zweite Land der Welt, das die Sklaverei abgeschafft hat. Nun könne es auch im Bereich der Leihmutterschaft zu einem internationalen Vorbild werden, das sich entschlossen gegen Praktiken wie Menschenhandel und Ausbeutung stellt, betont Irarrázaval. Die Gesetzesinitiative wird von der Casablanca-Declaration unterstützt, die 2023 von mehr als hundert Staats- und Regierungschefs weltweit unterzeichnet wurde. Diese Erklärung fordert die Abschaffung der Leihmutterschaft und ist ein Zeichen für den wachsenden internationalen Konsens, dass solche Praktiken nicht nur ethisch bedenklich, sondern auch ausbeuterisch sind.
In Thailand war die Leihmutterschaft 2015 nach mehreren Skandalen verboten worden. So hatte sich ein japanischer Milliardär 19 Kinder beschafft. Auch Pädophile haben sich über Leihmutterschaft Kinder besorgt. Jetzt legalisiert Thailand den Handel mit Kindern wieder. Nachdem Indien die Leihmutterschaft verboten hat, verlagert sich der internationale Markt vermehrt in die Ukraine und jetzt wieder nach Thailand.
Meldung aus factum 02/2025
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