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von factum-Redaktion

Natur

Auswirkungen auf Fledermaus- populationen sind katastrophal

Der Bestand an Zugvögeln und Fledermäusen in ganz Osteuropa ist durch Anlagen zur Nutzung von Windenergie massiv beeinträchtigt. Das zeigt eine aktuelle Studie des «Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung» (IZW) in Kooperation mit einem rumänischen Forscherteam.

Zugvögel nutzen Windströme bei ihren Tausende Kilometer langen Reisen. Auch die Windindustrie macht sich diese anhaltenden und verlässlichen Strömungen zunutze. Das wird Zugvögeln und Fledermäusen zum Verhängnis. Die Auswirkungen der Industrieanlagen zur Energienutzung auf die Bestände zahlreicher Fledermaus- und Vogelarten und auf die Artenvielfalt sind katastrophal. Sie betreffen auch Wildtierpopulationen in weit entfernten Gebieten. Die Forscher gehen davon aus, dass die Anlagen zu einem «Rückgang von Fledermauspopulationen in einem grossen Teil Osteuropas» führen.

Auf dem Migrationsweg von Zugvögeln und Fledermäusen entlang der Schwarzmeerküste in Rumänien und Bulgarien sind gigantische Windanlagen mit einer Gesamtleistung von mindestens 3000 Megawatt errichtet worden, die durch die stabilen Windverhältnisse hohe Profite abwerfen. Die Wissenschaftler untersuchten eine der kleineren Anlagen mit Windrädern mit 42 Megawatt im Grenzgebiet zwischen Bulgarien und Rumänien. Sie stellten fest, dass hier 2394 Fledermäuse zehn verschiedener Arten und eine grosse Zahl von Vögeln getötet wurden. Fledermäuse gehören zu den streng geschützten Arten, das gilt auch für viele Vogelarten.

Die Hälfte der getöteten Flugtiere verendete an den Folgen offener Wunden oder gebrochener Flügelknochen. Die anderen starben an den enormen Luftdruckschwankungen, die von den Windrädern erzeugt werden. Vögeln und Fledermäusen zerreisst der Druck der Windturbinen die Lungen (Barotraumata). Hochgerechnet auf die gesamten Anlagen zur Erzeugung von Strom durch Windräder in dieser Region ergibt sich eine um mehr als das 70-Fache höhere Zahl an toten Vögeln und Fledermäusen.

Lesen Sie die ganze Meldung in factum 06/2020.

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