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von factum-Redaktion

Glaube

«Wie konnte Gott all das Gute in meinem Leben bisher zulassen?»

Warum lässt Gott das zu? Das ist eine Kernfrage, die immer wieder gestellt wird. Hartmut Jaeger begab sich an der Konferenz des Bibelbundes auf eine Spurensuche nach Antworten. Er ist überzeugt: Der christliche Glaube ist unersetzlich, gerade wenn es um die Leidfrage geht.

Jaeger stellte dabei von Anfang an klar: «Ich habe nicht die Antwort.» Er selbst musste zum Beispiel zusehen, wie sein Schwager in den Bergen 70 Meter in die Tiefe stürzte und ums Leben kam. Das zeigt: «Wir erleben alle Krankheit und Tod, sehen die zerstörte Schöpfung, wissen, dass vieles chaotisch läuft.» Aus dieser Beobachtung ziehen viele Rückschlüsse auf das Wesen eines unsichtbaren Gottes und fragen dann: Wenn Gott Liebe ist, wie kann er all das Leid zulassen?

 

An den Anfang der Menschheitsgeschichte zurückgehen

Jaeger ist überzeugt: «Wir können das Leid nur verstehen, wenn wir an den Anfang der Menschheitsgeschichte zurückgehen.» Mit dem Sündenfall im Paradies (vgl. 1. Mose 3) wurde das Vertrauensverhältnis zwischen Gott und den Menschen und den Menschen untereinander zerstört und das Böse kam in die Welt. Dem stellt Jaeger die Liebe Gottes gegenüber. Doch «das Werben um Liebe schliesst immer das Risiko ein, dass der, um den ich werbe, sich dagegen entscheidet.» Gott suche Gemeinschaft mit uns, aber er suche Menschen, die ihn freiwillig lieben. Ihm sei es jedoch nicht egal, wenn Menschen in die falsche Richtung laufen, er werbe täglich und stündlich um unsere Liebe. Die Krone setzte Gott seiner Liebe auf, indem er seinen eigenen Sohn für uns Menschen sterben lässt (vgl. Joh. 3,16). «Am Kreuz auf Golgatha sehen wir den grössten Liebesbeweis unseres Gottes.»

 

Eine dankbare Grundhaltung bewahren

Anhand der Verse aus Philipper 4,6-8, die Paulus aus einem Gefängnis in Rom schrieb, ermutigte Jaeger dazu, in allem Leid eine dankbare Grundhaltung zu bewahren. Der Umgang mit Leid sei auch eine Kopfsache, nichtsdestotrotz dürfen und sollen wir unsere Not vor Gott herausschreien.

Weiter wies Jaeger darauf hin, dass es auch selbstverschuldetes Leid gebe und dass sich Menschen gegenseitig viel Leid zufügen. Er fragte: «Können wir Gott dafür verantwortlich machen?» Oder anders gefragt: «Könnte nicht gerade die Tatsache, dass Gott den Menschen gewähren lässt, ein Zeichen der Liebe sein?» Anhand 2. Petrus 3,7-9 betonte Jaeger, dass es ein gerechtes Gericht geben wird. Aber auch, dass Gott anders mit Zeit umgeht als wir, weil er nicht der Zeit unterworfen ist. «Wir sollten die Leidfrage auch aus dieser Sicht betrachten», so Jaeger. Gottes Warten zeige auch seine Geduld, weil er «den Wunsch hat, dass jeder Mensch umkehrt». Johannes 9,3 zeige, dass Gott oft andere Ziele verfolge als wir Menschen. «Wir bekommen Lasten, damit wir in die Tiefe wachsen.» Angesichts der Leidfrage sollten wir aber auch immer wieder fragen: «Wie konnte Gott all das Gute in meinem Leben bisher zulassen?»

 

© Armin Schönebeck, Bibelbund Deutschland, zVg

 

Den Glauben an Gottes unfehlbares Wort stärken

Die Konferenz des Bibelbundes fand vom 18.–22. September 2026 auf der Langensteinbacher Höhe zum Thema «Überholt? Überflüssig? Unersetzlich!» statt. Über 100 Besucher nahmen daran teil, viele weitere verfolgten die Vorträge per Livestream. In Rehe findet vom 30. Oktober bis 3. November 2026 dieselbe Tagung statt. Der Bibelbund wurde 1894 gegründet und setzt sich seither dafür ein, den Glauben und das Vertrauen in die Bibel als Gottes unfehlbares Wort zu stärken. Er hat in Deutschland mehrere Tausend Unterstützer und arbeitet eng mit dem Bibelbund in der Schweiz und Ungarn zusammen.

 

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