Uhr
von Monika Hausammann
Wer braucht schon Fakten, wenn er manipulieren kann?
Die Nachricht: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat beim Forschungsinstitut Sotomo eine Analyse in Auftrag gegeben. Diese kommt zum Schluss, dass die Abstimmung über die «Nachhaltigkeitsinitiative» («Keine-10-Millionen-Schweiz») mit Fakten nicht zu gewinnen sei. Deshalb, so gab Nationalrat und Unternehmer Simon Michel in einem Interview mit der Zeitung «Republik» zu Protokoll, habe man von Seiten der Gegner den Begriff «Chaos-Initiative» gewählt. Nicht, weil er richtig und wahr ist, sondern weil er auf einer ausschliesslich emotionalen Ebene wirkt.
Der Kommentar: Was ist die Alternative zu Fakten? Was tut man, wenn man die Bürgerinnen und Bürger dermassen verachtet, dass man ihnen nicht zutraut, Tatsachen zu beurteilen? Man manipuliert. Und zwar durch jene Methode, die Politik, Lobbies und Medien in den letzten Jahren zu einer regelrechten Kunstform entwickelt haben: Gaslighting.
Gaslighting ist eine Technik, bei der den Leuten die eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit systematisch madig gemacht wird, so dass sie daran zweifeln und nicht mehr sicher sind, ob das, was sie sehen und hören und nachprüfen können, korrekt ist oder nicht. Das Motto: «Habe auf keinen Fall den Mut, dich auf deinen Verstand zu verlassen.»
In dieser Logik ist die Feststellung, dass Züge völlig überfüllt, Strassen verstopft und Naherholungsgebiete überlaufen sind, kein Dichtestress, sondern rein emotionale Phänomene. Zahlen über zunehmende Gewalt-Kriminalität und mit Ausländern überfüllte Gefängnisse sind falsche und moralisch fragwürdige Wahrnehmungen, die darauf hindeuten, dass, wer so empfindet, ein verkappter Fremdenfeind und Isolationist sei. Fakten gelten als «populistische Vereinfachung» und Zahlen als «Marketing des Gegners». Wer darauf hereinfällt ist nicht nur dumm, sondern ein moralisch minderwertiger Mensch.
Gerade bei jungen Menschen unserer Zeit scheint das zu funktionieren. Ein Bekannter erzählte kürzlich, sein «Gotteli», das zum ersten Mal abstimmen dürfe, habe zu weinen begonnen, als er ihren Argumenten Zahlen entgegenhielt. Das Mädchen wird nicht aus Überzeugung und Wissen ein «Nein» in die Urne legen, sondern aus Angst.
Da aber sogar die Gegner der Initiative wissen, dass die Verunglimpfung des politischen Gegners und der Vernunft der Bürger nicht ausreicht, um das «Spiel» zu gewinnen, muss die naheliegendste Alternative zu Fakten auch genutzt werden: «Alternative Fakten». Kurz: Lügen. Mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welchem Selbstbewusstsein dies aktuell geschieht, lässt einen fast täglich sprachlos zurück. Die Bilateralen I würden bei Annahme der Initiative sofort dahinfallen. Die Personenfreizügigkeit und Schengen-Dublin sowieso. Die Sicherheit der Schweiz sei nicht mehr gewährleistet. Die Spitäler würden schliessen. Alte und Kranke unbetreut sterben. Der Tourismus und die Landwirtschaft darniederliegen, die Schweiz ihres Wohlstands und die Alten ihrer AHV verlustig gehen. All das, obwohl jeder anhand der Zahlen des Bundes (SECO, SEM, etc.) feststellen kann, dass das alles nicht wahr ist.
Aber vor allem: Sie tun es, obwohl nicht nur jeder Sozialwissenschaftler und jeder Psychiater, sondern auch jedes Kind weiss, dass Lügen alles zerstören. Lügen sind Verrat von Vertrauen und damit der Verrat der Mitmenschen, die einem Vertrauen entgegenbringen. Wo solcher Verrat stattfindet, herrscht in der Folge Misstrauen. Wo aber Misstrauen herrscht, ist ein Miteinander nicht mehr möglich. Das gilt für Familien und Unternehmen ebenso wie für Ämter und Institutionen. Bundesräte und Politiker, die Lügen verbreiten, um ihre Ideen durchzudrücken, nehmen die Zerstörung von Vertrauen und damit die Zerstörung der Gesellschaft und ihrer Institutionen bewusst in Kauf.
Gott will, dass wir Beter sind. Und so beten vielleicht seit Jahren viele darum, dass Gott der Lüge keine weiteren Siege gewähre. Aber Gottes Wort sagt uns auch, dass Er das Böse oft voll ausreifen lässt für das Gericht und dass Sein Gericht immer gerecht ist. So lassen sich alle Lügen ertragen. So lässt sich auch ein scheinbarer Sieg der Lüge ertragen. Denn am Ende steht Er – der Schöpfer all dessen, was ist und damit die Quelle aller Wahrheit. Diese Wahrheit macht uns schon heute völlig frei von falschem Eifer, von Verzweiflung und von Wut.
Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Neue News
Feindbild «rechts»
Fast ein Drittel der Deutschen ordnet sich rechts der Mitte ein. Durch den «Kampf gegen Rechts» werden diese Bürger ausgegrenzt.
[mehr] Feindbild «rechts»Ein grosser Segen
Ein Land in Europa – ohne Bibel in eigener Landessprache? Das ist die Realität in Luxemburg. Eine Bibel auf Luxemburgisch wird erst jetzt Wirklichkeit – mit grossem Segen.
[mehr] Ein grosser SegenWaldgeräusche beruhigen
Eine Studie¹ zeigt, dass Waldgeräusche sich positiv auf das kurzfristige Wohlbefinden von Menschen auswirken – insbesondere gilt das für heimische Wälder.
[mehr] Waldgeräusche beruhigenMehr entdecken
ethos
Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos bringt die Frohe Botschaft mitten ins Leben, informiert über Zeittrends, hält den Wertmassstab der Bibel hoch und macht Mut, den Glauben im Alltag zu leben. Die Zeitschrift für Jung und Alt erscheint 6-mal im Jahr mit 68 Seiten.
ethos open hands
Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.