© Zwilling/Leibniz-IZW - Gepard am Markierungsbaum

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von Isabelle Kobe

Natur

Verwandlung bei Geparden: Vom Streuner zum Revierboss

Erobern männliche Geparden ein Territorium, verändern sie sich sowohl körperlich als auch verhaltensmässig. Welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen könnten, zeigt eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW).

Zu Beginn ihres Erwachsenenlebens streifen Gepardenmännchen als sogenannte Floater allein oder mit wenigen Brüdern durch grosse Gebiete. Gelingt es ihnen, ein eigenes Territorium zu übernehmen – und das geschieht oft durch tödliche Kämpfe – verändern sie ihren Phänotyp innerhalb weniger Monate: Aus einem schmächtigen Floater ist ein territoriales, kräftiges und aggressives Männchen geworden. Von nun an bewegen sie sich in einem deutlich kleineren Gebiet als vorher.

Diese Transformationen, so vermutete das Forscherteam, könnten epigenetisch gesteuert werden, das heisst über DNA-Methylierung, welche Gene stärker und schwächer reguliert, ohne die DNA selbst zu verändern. Für die Untersuchung nutzten die Forscher Blutproben, Gewicht und Altersdaten von zehn männlichen freilebenden Geparden aus zwei Lebensphasen: als die Tiere noch Floater waren und nachdem sie ein Territorium übernommen hatten.

 

 

«Unsere Ausgangsthese hat sich bestätigt», sagt Dr. Alexandra Weyrich, Wissenschaftlerin in der Abteilung für Evolutionsgenetik am Leibniz-IZW und eine der beiden Autoren der Studie. «Der Wechsel vom Floater zum territorialen Männchen geht tatsächlich mit deutlichen Veränderungen im Methylierungsmuster einher. Besonders interessant war, wie klar die betroffenen Gene in Stoffwechselwegen fungieren, die mit genau den Merkmalen zusammenhängen, die sich auch äusserlich verändern.»

Um auszuschliessen, die Veränderungen im Methylierungsmuster lediglich auf das höhere Alter der territorialen Männchen zurückzuführen, wurden zusätzliche Analysen gemacht. «Ausserdem blieben die Körpermasse von Floatern, die bis ins hohe Alter Floater blieben, weitgehend unverändert», erläutert Colin Vullioud, Erstautor und Datenanalyst am Leibniz-IZW.

Dr. Bettina Wachter, Wissenschaftlerin am Leibniz-IZW und Leiterin des Gepardenforschungprojekts, stellt fest: «Entscheidend und sehr ungewöhnlich bei Geparden ist, dass sich die Männchen erst nachdem sie den Kampf um ein Territorium gewonnen haben, körperlich und verhaltensmässig verändern.» Bei anderen Säugetierarten hingegen würden Männchen erst um ein Revier kämpfen, wenn sie kräftig genug seien.

Die Forscher betonen, dass damit noch keine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachgewiesen werden kann. Die beobachteten Veränderungen bei den Geparden seien zwar mit dem Wechsel vom Floater zum Territorialmännchen verbunden. Es lasse sich jedoch noch nicht beantworten, ob die Veränderungen der DNA-Methylierung den Wechsel auslösen, ihn begleiten oder eine Folge der veränderten Lebensweise seien.

Wir dürfen gespannt sein auf weitere Forschungsresultate. Abgesehen davon kann man sich die Frage stellen: Ist diese Studie nicht auch ein deutlicher Hinweis auf einen Schöpfer? Die Veränderungen sind ja bereits im genetischen Bauplan, der DNA, angelegt. Wie sollte der blinde Zufall so etwas vollbringen?

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