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von Carola Eissler

Glaube

Trotz extremer Bedingungen: Viele konvertieren im Iran zum Christentum

Krieg im Land, kaum Internet, ständige Kontrolle und zahlreiche Verbote machen das Leben als Christ keineswegs einfach. Trotzdem bleibt der Grossteil der Christen. Ihr Appell: «Vergesst uns nicht und betet für uns.»

Die Situation der Christen im Iran ist weiterhin hochbrisant, auch wenn deren Schicksal inzwischen wieder aus den Schlagzeilen der westlichen Welt verschwunden ist. Neben den registrierten anerkannten und extrem kontrollierten armenischen oder assyrischen Kirchen, deren Gottesdienste nicht in persischer Sprache stattfinden dürfen und die auch keine persischen Bibeln besitzen dürfen, treffen sich iranische Christen vor allem in kleineren Hausgemeinden. Verschärft wird die Situation auch dadurch, dass weiterhin kaum Internet verfügbar ist und dadurch Absprachen fast unmöglich sind.

 

Herausfordernder Alltag

Überhaupt wird das Alltagsleben für alle Iraner von Tag zu Tag schwieriger, auch in Bezug auf die Lebensmittel- und Kraftstoffversorgung, wie eine iranische Christin gegenüber factum berichtet. Der Zugang zu normalen Apps wie Facebook oder YouTube sei aktuell sehr schwierig und zudem teuer. Viele Pastoren werden regelmässig zur Geheimpolizei vorgeladen und müssen zum Teil hohe Bussgelder bezahlen, um nicht inhaftiert zu werden. Gefährdet sind vor allem auch Konvertiten. Das islamische Mullah-Regime überwacht die Christen engmaschig, stuft diese als Gefahr für die nationale Sicherheit ein, beschuldigt sie der Kollaboration mit westlichen Geheimdiensten und versucht, die Christen in Verruf zu bringen und Spaltungen innerhalb der Bevölkerung zu provozieren. Dies gelinge aber nicht, ganz im Gegenteil.

 

Zahlreiche Bekehrungen

Zahlreiche Muslime bekehren sich zum Christentum, die Anzahl der Christen im Land steige. Das Hilfswerk «Open Doors» geht von Hunderttausenden Konvertiten im Iran aus. Diese Zunahme der Christen verursache bei der Regierung grosse Angst, berichtet die iranische Christin. Enormen Zulauf verzeichneten bereits vor dem Krieg Bibelkurse und Theologiestudien im Internet, die nun im Herbst wieder aufgenommen werden sollen, sofern die technischen Voraussetzungen es zulassen. Christen, die zu Leitern ausgebildet werden, trafen sich in der Vergangenheit häufig in der Türkei oder in Armenien. Unklar ist, ob dies weiterhin möglich ist.

Der Iran ist laut «Open Doors» das Land mit der am stärksten wachsenden Kirche der Welt. Seit der islamischen Revolution 1979 wächst die Zahl der Christen stetig. Das Rückgrat der Christen bilden dabei die Hauskirchen, die überall neu entstehen. Diese Untergrundkirchen treffen sich meist zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten, um nicht aufzufallen.

Der Grossteil der Christen hegt trotz der schlimmen Situation im Land keine Auswanderungspläne, vielmehr wollen die Christen ihr Land wieder aufbauen und hoffen auf eine demokratische Wende. Vor allem aber bitten die iranischen Christen um Gebet, damit sie weiterhin den 90 Millionen Iranern Jesus Christus verkünden können. Ihr Appell an uns: «Vergesst uns nicht und betet für uns.»

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