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von Monika Hausammann

Mensch

Strohfeuer Rüstungsboom

Was deutsche Medien ihren Lesern als «Wirtschaftswunder» verkaufen, ist Kapitalvernichtung.

Die Nachricht: Kürzlich titelte die deutsche «Bild»: «Zehntausende neue Jobs – Milliarden Investitionen – Schafft der Rüstungsboom ein neues Wirtschaftswunder? BILD erklärt, wie Sie jetzt an Top-Jobs in der Rüstung kommen.» In anderen Medien war der Tenor ähnlich: Hunderttausende neue Jobs, Ausgleich zur Autokrise, grosse Chance und Jobmotor waren die Stichworte.

 

Der Kommentar: Es ist absurd: Dieselben Medien, die bisher die Deindustrialisierung des eigenen Landes «für das Klima» begrüssten, sehen jetzt die Rüstungsproduktion als «Chance». Dabei verlieren sie kein Wort über CO2-Bilanzen und das unendliche Menschen- und Tierleid in Kriegsgebieten. Doch diese Meldungen sind auch in ihrem Kern falsch: Ausgaben für Rüstung zur Kriegsführung sind nicht Investitionen und generieren kein Wirtschaftswunder. Sie sind ein staatlich organisiertes Strohfeuer, in dem nicht Stroh verbrannt wird, sondern Kapital.

Ein Wirtschaftswunder entsteht dann, wenn Menschen Arbeit, Rohstoffe, Wissen und Maschinen freiwillig und frei so einsetzen, dass am Ende mehr Wert für die Menschen herauskommt. Deshalb nennt man es «Wertschöpfung». Weitere Eigenschaften von Wertschöpfung sind, dass Menschen die entstehenden Produkte freiwillig kaufen und dass sie die Lebensqualität oder die zukünftige Produktivität der Käufer steigern. Kurz: Sie sind für die Käufer ein Netto-Gewinn.

Ausgaben für Rüstung zur Kriegsführung erfüllen all diese Kriterien nicht: Es werden Milliarden für Unmengen an Rohstoffen, Arbeit, Wissen und Maschinen eingesetzt, um Produkte herzustellen, die keinem natürlichen Bedürfnis der Menschen entsprechen und die Menschenleben, Natur und Ressourcen vernichten. Die so «verbrannten» Ressourcen – sowohl jene zur Herstellung der Rüstungsgüter und natürlich auch die mit ihrer Hilfe zerstörten – sind dann weg. Sie fehlen dort, wo der Staat die Grundlagen bereitstellen müsste, um seinen Bürgern zu ermöglichen, wertschöpfend tätig zu sein: Infrastruktur, Bildung und so weiter.

Natürlich ist es sinnvoll, Rüstungsgüter zum Schutz des durch Wertschöpfung geschaffenen Wohlstands zu produzieren. Aber das, was heute als Hauptargument herbeigeredet wird, nämlich dass Putin die Nato spätestens 2029 angreifen werde und dass man deshalb Rüstung für einen heissen Krieg herstellen müsse, ist die Anpreisung von Zerstörung. «Investitionen» in Rüstung sind bis auf den Aspekt der Sicherheit im Fall einer reinen Verteidigungsarmee Netto-Verluste. Am Ende eines solchen «Booms», sprich: am Ende eines Krieges, wenn auch das «Jobwunder» in sich zusammenfällt, sind alle ärmer. Ausser jenen, die die Knochenmühlen in Gang setzen, die Kredite sprechen und Anteile an den Rüstungsfirmen halten.

Die Bibel ist auch in dieser Hinsicht hoch aktuell und realistisch: Kriege sind keine Ausnahme in einer gefallenen Welt. Sie sind die Regel. Dennoch soll ein Christ dem Frieden nachjagen. Ob im Kleinen, Privaten oder in einem Amt. Die EU-Chefs haben bisher 20 Sanktionspakete gegen Russland geschnürt, Waffenpakete für Milliarden und Finanzierungspakete für ein korruptes Regime, das auch vor Anschlägen und Sabotageakten in der EU nicht zurückschreckt. Nur eines schnüren sie nicht: Ein Friedenspaket. Das muss der «Faschist» im Weissen Haus machen. Und deutsche Medien feiern das als Wirtschaftswunder.

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