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von Carola Eissler

Natur

Spektakulärer Fund: Ein Aquädukt aus der Zeit Jesu

Bei Bauarbeiten kommt ein 2000 Jahre alter Abschnitt des Jerusalemer Aquädukts zum Vorschein. Das technische Wunderwerk zeugt von hoher Ingenieurskunst.

Vor wenigen Tagen ging die Israelische Altertumsbehörde IAA mit einer spektakulären Nachricht an die Öffentlichkeit: Südlich des Kibbuz Ramat Rachel bei Jerusalem wurde ein 300 Meter langer Abschnitt eines 2000 Jahre alten Wassersystems freigelegt. Dieses transportierte Quellwasser aus der Gegend südlich von Bethlehem durch die Salomon Pools hindurch zum Tempelberg. Ein ausgeklügeltes Wassersystem, entworfen von hasmonäischen Architekten. «Das Untere Aquädukt war ein beeindruckendes Ingenieurprojekt, um Wasser nach Jerusalem zu liefern» so die beiden Ausgrabungsdirektoren Benyamin Storchan und Gil Freid. «Das System war so gut geplant, dass es bis vor etwa 100 Jahren intermittierender Nutzung blieb.» Insgesamt war das Aquädukt 21 Kilometer lang. Der jetzt entdeckte Teilabschnitt kam im Zuge von Bauarbeiten für ein neues Wohnviertel an der Südflanke von Ramat Rachel zutage. Er ist für die Forscher deshalb so wertvoll, weil er mehrere Phasen in der Geschichte des Wassersystems zeigt. So installierten die Osmanen beispielsweise vor rund 500 Jahren Keramikrohre in den bestehenden, verputzten Kanal. Aus Sicht der Wissenschaftler ist gesamte Wassersystem ein technisches Wunderwerk. Und Israel wäre nicht Israel, wenn es diese bedeutende Ingenieurskunst aus vergangener Zeit nicht den Zeitgenossen nahebringen wollte. Die Altertumsbehörde plant den Bau eines Parks, der die komplette Geschichte des Wassersystems aufarbeitet und Interessierten ermöglicht, auf einer Promenade neben dem alten Aquädukt in Richtung der Jerusalemer Altstadt zu spazieren.

 

 

Die Wasserversorgung war für Jerusalem seit jeher eine besondere Herausforderung, weil die Stadt hoch auf den judäischen Bergen liegt. Noch dazu, als in alten Zeiten zigtausende Pilger während der hohen jüdischen Feste in die Stadt kamen. König Hiskia liess um 701 v. Chr. eine unterirdische Wasserstrasse bauen, um Quellwasser von der Gihonquelle ausserhalb der Stadtmauern in die Stadt zum Teich von Siloah zu leiten. Der Hiskia-Tunnel kann noch heute in der antiken Stadt Davids besichtigt werden. Hiskia war jedoch nicht der Einzige, der ein Wassersystem anlegte: Etwa 100 v. Chr. bauten die hasmonäischen Könige eine Wasserstrasse, die Wasser von drei Quellen südlich von Bethlehem zum Tempelberg in Jerusalem transportierte.

 

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