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von Isabelle Kobe

Natur

Regenerationsfähigkeit des Gehirns wird unterschätzt

Eine aktuelle Studie der Universität Zürich zeigt erstaunliche Ergebnisse: Das Gehirn besitzt offenbar mehr Selbstheilungskräfte als angenommen.

Bislang ging man davon aus, dass sich das Gehirn nach Verletzungen oder bestimmten Autoimmunerkrankungen nur begrenzt regenerieren kann. Nun widerlegt eine Studie des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Uni Zürich diese Annahme und zeichnet ein völlig neues Bild. Ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Bruno Weber entdeckte im Gehirn von lebenden Mäusen eine Gruppe «regenerativer» Astrozyten, die am Rande der geschädigten Hirnregion den Wiederaufbau der Zellen übernehmen.

Über mehrere Wochen wurden die Mäusehirne mittels Zwei-Photonen-Mikroskopie beobachtet und kartiert, um herauszufinden, welche Gene in welchen Regionen aktiv werden. Dabei identifizierten die Forscher spezielle Astrozyten, die das verletzte Gewebe wieder aufbauen. Bemerkenswert dabei ist, dass sich diese Zellen nicht nur teilen, sondern, so Weber, «die neu gebildeten Zellkerne der Tochterzellen über weite Strecken gleiten, um die geschädigte Hirnregion wieder zu besiedeln und das Astrozyten-Netzwerk neu zu verknüpfen». Weber kommt zum Schluss: «Unsere Ergebnisse offenbaren eine bislang unbekannte Selbstheilungsfähigkeit des erwachsenen Gehirns.»

Die Entdeckung dieser Astrozyten könnte das Verständnis dafür erweitern, wie sich das Gehirn nach bestimmten Verletzungen selbst organisiert und regeneriert. Vor allem bei Hirnverletzungen oder Autoimmunerkrankungen wie der seltenen Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung, bei der körpereigene Antikörper diese Zellen zerstören, würden sich ganz neue Behandlungswege eröffnen.

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