© shutterstock.com/Achmad_Khoeron

Uhr
von bhw

Glaube

«Rechte Christen» – eine Gefahr?

Evangelische Landeskirchen und liberale Theologen äussern sich zunehmend über «rechte Christen». Daniel von Wachter untersucht den Hintergrund sowie die Argumentation dieser These. Sein Fazit: Es wird versucht, auf nichtrationale Weise Stimmung gegen konservative Christen zu machen.

Daniel von Wachter hat eine 40-seitige Schrift veröffentlicht, in der er auf die Thematik «rechte Christen» eingeht. Anlass ist die Tatsache, dass die evangelischen Landeskirchen in den letzten Jahren viel über «rechte Christen» schrieben und diese als Gefahr darstellten. Im März 2026 veröffentlichte der Gemeindehilfsbund (GHB) die Stellungnahme «Rechte ChristInnen» oder (r)echter Glaube?, die von etlichen Werken und Vertretern der konservativen Christen (auch von ihm) unterschrieben wurde. Über diese schrieb Martin Fritz von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen kürzlich den Artikel «(R)echter Glaube oder ‹rechtes Christentum›?».

In seiner aktuellen Analyse Warum schreiben liberale Theologen so viel über «rechte Christen»? untersucht Daniel von Wachter den Hintergrund, das Ziel und die Stilmittel des Artikels von Martin Fritz und sowie des Schrifttums über «rechte Christen». Seine Kernhypothese lautet, dass der Aufsatz von Fritz das Ziel verfolgt, auf nichtrationale Weise Stimmung gegen konservative Christen zu machen.

 

An den Rand gedrängte Minderheit

Daniel von Wachter beschreibt die liberale Theologie als eine Bewegung, die im Kern davon ausgeht, dass traditionelle christliche Lehren – insbesondere Wundergeschichten – heute rational nicht mehr geglaubt werden «können». Als historische Väter dieser Strömung zieht er Friedrich Schleiermacher und Rudolf Bultmann heran. Die liberale Theologie versuche, Kernlehren wie die leibliche Auferstehung Jesu oder die Sündenschuld des Menschen existenzialistisch umzudeuten, um sich weiterhin als «Christen» bezeichnen zu können. Aus Sicht des Autors bilden die bibeltreuen Christen eine mittlerweile an den Rand gedrängte Minderheit in den Landeskirchen, obwohl ihre Überzeugungen dem eigentlichen Kern und den historischen Bekenntnisschriften der Kirche entsprechen.

 

Werkzeuge für mehr Macht

Um die Motivationen der liberalen Theologen zu entschlüsseln, nimmt von Wachter eine detaillierte politisch-ideologische Einordnung vor. Er erläutert den Sozialismusbegriff, den er weit fasst. Demnach sind Erzählungen über Unterdrückung – wie die der Bourgeoisie über das Proletariat – eindeutig links und dienen dazu, die traditionelle Ordnung zu zerstören und staatliche Macht zu maximieren. Auch heutige moralische Vorwürfe wie «Rassismus» (Critical Race Theory) dienen laut ihm als Werkzeuge zu diesem Machtgewinn. Klimapolitik, staatliche Coronamassnahmen und die Aufrüstung vergrössern aus seiner Sicht diese Staatsmacht weiter.

Den Begriff «rechts» kritisiert von Wachter als inhärent unklar und manipulativ, da er drei völlig unterschiedliche Strömungen vermische: libertär-proprietäre Ansätze (Schutz von Eigentumsrechten), bürgerlich-konservative Positionen und totalitär-nationalistische Bewegungen. Das zentrale Stilmittel des antirechten Schrifttums liege in einer demagogischen, disjunktiven Definition. Dabei würden harmlose, legitime Positionen – wie der Wunsch nach einer Begrenzung der Einwanderung zur Bewahrung der eigenen Kultur mit tatsächlich bösen, totalitären oder nazistischen Einstellungen vermengt, um beim Leser gezielt eine emotionale Ablehnung jeglicher konservativer Positionen zu erzeugen.

 

Kampfbegriffe statt sachlicher Debatte

Daniel von Wachter untersucht drei spezifische Begriffe, die gegen konservative Christen verwendet werden, um eine inhaltliche Debatte zu umgehen. «Rechtspopulistisch»: Der Versuch, das breite Volk von seinem Anliegen zu überzeugen, ist eigentlich legitim, doch von linker Seite wird es als Kampfbegriff genutzt. «Kulturkämpferisch»: Dieser Vorwurf an «rechte» Christen löse sich in Luft auf, da der friedliche Einsatz für göttliche Ordnungen und den christlichen Wahrheitsanspruch ein Wesensmerkmal des Konservativismus darstelle. «Verschwörungstheorie»: Dieser Begriff wird pauschal verwendet, um staatsskeptische Positionen oder Analysen linker Medienmacht ungeprüft als irrational abzuwerten, anstatt die zugrundeliegenden Indizien sachlich zu prüfen.

Im letzten Abschnitt setzt sich von Wachter mit dem Vorwurf auseinander, konservative «rechte» Christen würden den Staat «delegitimieren». Er verweist auf das traditionelle europäisch-christliche Widerstandsrecht. Da Gott der höchste Gesetzgeber über dem Staat sei, besitze weltliche Autorität keine Verfügungsgewalt über moralische Kernbereiche wie den Gottesdienst. «Wenn hier irgendwo Gefahren bestehen, dann nicht bei den ‹rechten Christen›, sondern in der Idee eines Staates, der ein uneingeschränkter Gesetzgeber ist und bedingungslosen Gehorsam verlangt.»

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Neue News

Heinz-Horst Deichmann
Glaube

Ein Unternehmer und Diener

Unternehmer und Arzt – und gleichzeitig ein Diener für Gott und Menschen. Für den überzeugten Christen Heinz-Horst Deichmann kein Widerspruch, sondern Berufung zu einem sinnvollen Leben.

[mehr] Ein Unternehmer und Diener
© shutterstock.com/New Africa
Mensch

Geheimdienst soll zur Geheimpolizei werden

Die Aufgaben von Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz sollen erweitert werden. Der Inlandsgeheimdienst wird von einer Aufklärungsbehörde, die nur Informationen sammelt, zu einer Eingriffsbehörde mit weitreichenden Befugnissen.

[mehr] Geheimdienst soll zur Geheimpolizei werden
©NASA Goddard-Space-Flight-Center
Natur

Sie lehren uns Demut

Ihrer Anziehungskraft kann nichts entkommen. Die Wissenschaft stösst an ihre Grenzen: Schwarze Löcher sind physikalische Exoten und erinnern uns daran, was Jesus über die Hölle gelehrt hat.

[mehr] Sie lehren uns Demut

Mehr entdecken

ethos  

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos bringt die Frohe Botschaft mitten ins Leben, informiert über Zeittrends, hält den Wertmassstab der Bibel hoch und macht Mut, den Glauben im Alltag zu leben. Die Zeitschrift für Jung und Alt erscheint 6-mal im Jahr mit 68 Seiten.

ethos open hands 

Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.