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von Carola Eissler

Glaube

Räsänen: Einreise verweigert

Der finnischen Parlamentsabgeordneten der Christdemokraten und früheren finnischen Innenministerin Päivi Räsänen wurde die elektronische Einreiseerlaubnis nach Grossbritannien wieder entzogen. Das berichten mehrere Zeitungen und Nachrichtenportale in Finnland. Offensichtlich war die Einreisegenehmigung zunächst erteilt, kurze Zeit später dann storniert worden.

Der Vorfall wurde laut dem Portal kath.net durch den bekannten christlichen Autor und Publizisten Rod Dreher öffentlich gemacht, der derzeit an einer Konferenz der christlichen Organisation Alliance Defending Freedom (ADF) teilnimmt. Räsänen wollte am Flughafen London-Heathrow einen Anschlussflug nehmen, dies wurde ihr vom Vereinigten Königreich verweigert. Damit steht auch die geplante Teilnahme von Räsänen im August an einer Konferenz in Nordirland auf der Kippe. Die 66-jährige Christin ist dort als Sprecherin vorgesehen.

 

Finnlands Oberstes Gericht hatte Räsänen im März wegen «Hassrede» schuldig gesprochen. Konkret geht es um eine vor 20 Jahren erstellte Kirchenbroschüre, in der Räsänen praktizierte Homosexualität aus biblischer Sicht als Sünde bezeichnete (factum berichtete: «Räsänen: Ein bedenkliches Urteil», factum 03/2026 S.46). Seit 2019 hatten die Behörden versucht, Räsänen zum Schweigen zu bringen, da sie sich immer wieder öffentlich für ihre christlichen Überzeugungen zu Ehe und Sexualität einsetzte sowie für die freie Meinungsäusserung. Im Frühjahr 2021 wurde sie wegen «Hassrede» angeklagt. Obwohl sie bereits in zwei Instanzen freigesprochen worden war, verhandelte der finnische Oberste Gerichtshof die Angelegenheit im Oktober 2025 erneut. Die Staatsanwaltschaft hatte immer wieder Berufung eingelegt. Gemeinsam mit Räsänen wurde im März dieses Jahres auch der lutherische Bischof Juhana Pohjola verurteilt, weil er die Kirchenbroschüre damals veröffentlicht hatte. Räsänen erwägt nun, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen das Urteil in Berufung zu gehen (factum berichtete: «Räsänen-Fall kommt vor den EGMR», factum 04/2026 S.47).

 

Anfang Juni war Räsänen als Sprecherin in den Menschenrechtsausschuss des kanadischen Senats eingeladen worden und hatte dort eindringlich vor einer Verschärfung der «Hassrede»-Gesetze gewarnt. Aus Angst vor Strafverfolgung würden sich Bürger selbst zensieren, so Räsänen. Die führe unweigerlich dazu, dass gesellschaftlich notwendige Debatten verstummen und eine ganze demokratische Gesellschaft in Zensur abgleite. «Das schüchtert nicht nur Christen ein, sondern jeden, der ausserhalb eines staatlich gebilligten Konsenses spricht», so Räsänen.

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