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von Monika Hausammann

Natur

Öl-Lagerbestände: Die Wirklichkeit lässt sich nicht drucken

Unterstützt von Medienagenturen und Medien tut die US-Regierung alles, um die Rohölpreise unten zu halten. Bisher mit Erfolg.

Noch im Juli berichteten internationale und Schweizer Medien über eine massive bevorstehende Ölschwemme. Man erwartete ein historisches Überangebot an Öl, zu dem es aufgrund der Ankündigung eines Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran kommen würde. Damit wurde auch der heftige Preissturz für Rohöl an den Terminmärkten erklärt.

Vorangegangene ähnliche Ankündigungen – mittlerweile sind es über 50 – seitens des Weissen Hauses und Donald Trumps fielen in den medialen Analysen nicht ins Gewicht. Nach dem Prinzip Hoffnung wurde dem Normalbürger suggeriert, was an den Terminmärkten passiere, sei ein Spiegel der Wirklichkeit und es gebe keinen Grund, sich Sorgen zu machen. In Wahrheit war es bloss eine weitere Verschleierung der Wirklichkeit.

 

Die Wirklichkeit siegt am Ende immer

Aber die Wirklichkeit siegt am Ende immer, und wo sie zu lange und zu rabiat unterdrückt wird, schlägt sie ebenso rabiat zurück. Die Erzählungen und Massnahmen mögen die «Papier-Preise» für Öl an den Terminmärkten und damit die mediale Berichterstattung beeinflussen, nicht aber die Wirklichkeit. Und diese lautet: Wir haben keine historische Ölschwemme, sondern eine historische Knappheit an Rohöl und Rohölprodukten. Und sie lautet weiter: Man kann keine Börsenkurse in Tanks füllen – und man kann Ölmoleküle nicht drucken.

 

Hohe Aufpreise

Für reale Rohöllieferungen werden heute je nach Sorte Aufpreise zwischen 10 und 60 Dollar pro Barrel bezahlt, wo solche Premiums normalerweise bei 0,5 bis maximal 2 Dollar liegen. Wer heute in der Schweiz tanken geht, bezahlt 15-20 Prozent mehr für den Liter Diesel und Benzin. Und wer jetzt in der Schweiz Heizöl für den Winter kauft, bezahlt 40-50 Prozent mehr als vor dem Konflikt. Und weil die Angebotssituation sich kurzfristig aufgrund zerstörter Raffineriekapazitäten in Russland und im Nahen Osten auch bei einem sofortigen Ende des Konflikts noch über Monate bis Jahre nicht normalisieren wird, ist damit zu rechnen, dass die Kluft zwischen Erzählung und Wirklichkeit in naher Zukunft noch viel tiefer werden wird.

Wir tun gut daran, uns auch hier an die Wirklichkeit und die Wahrheit zu halten. Und so viele wie möglich zu informieren, damit auch sie sich vorbereiten können.

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