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von Carola Eissler

Glaube

Nigeria: Bekannter Pastor tot aufgefunden

Vor vier Tagen wurde der bekannte Pastor Hills Emmanuel tot in Nigeria aufgefunden. Er und weitere Christen waren zuvor von Fulani-Milizen aus ihrem Minivan entführt worden. Trotz der vielen Gewalttaten wird die Christenverfolgung in Nigeria oft nicht als solche anerkannt und benannt.

Nigeria bleibt einer der gefährlichsten Orte weltweit für Christen. Erst vor wenigen Wochen überfielen bewaffnete Angreifer mitten in der Nacht das überwiegend christliche Dorf Kawel im Bundesstaat Plateau und ermordeten über 20 Menschen, darunter auch den örtlichen Pastor und medizinisches Personal.

 

Bekannter Pastor getötet

Jetzt erschüttert eine weitere Gewalttat die Christen in Nigeria: Vor vier Tagen wurden der bekannte Pastor Hills Emmanuel und vier weitere zuvor entführte Christen tot aufgefunden. Die insgesamt neun Christen waren auf dem Weg von Jos nach Bokkos im Bundesstaat Plateau und wurden von Fulani-Milizen aus ihrem Minivan entführt. In derselben Nacht wurden weitere christliche Dörfer in einem Radius von 20 Meilen von denselben Milizen überfallen und mindestens drei Menschen getötet, wie örtliche Medien berichten. Unklar ist das Schicksal des zweiten Geistlichen, Pastor Gabriel Joseph Dipak, und weiterer drei Christen, die ebenfalls aus dem Minivan entführt wurden. Der getötete Pastor Hills Emmanuel ist der Gründer der «Wonderful Grace of God Evangelical Ministry» in Bokkos.

 

 

Zehntausende Christen ermordet

Seit dem Aufstieg der radikal-islamischen Miliz «Boko Haram» im Jahr 2009 sind zehntausende Christen in Nigeria ermordet worden. Dazu sind radikalisierte islamische Hirten-Banden für eine Vielzahl von Tötungen, Überfällen, Entführungen und Brandschatzung verantwortlich. In den westlichen Medien wird kaum über die schlimme Lage der Christen in Nigeria und deren Verfolgung berichtet, kritisiert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte.

Erst vor wenigen Tagen hat die deutsche Bundesregierung der Einschätzung widersprochen, in Nigeria finde ein Völkermord an Christen statt. Vielmehr sei die Gewalt «Ergebnis von Banditentum und klimatisch bedingten Ressourcenkonflikten», so die Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der AfD-Fraktion. Damit folgt die Bundesregierung der Linie der Vereinten Nationen, die die Gewalt in Nigeria ebenfalls nicht als Religionskonflikt sieht.

Nigeria liegt auf Platz 7 des Weltverfolgungsindex von Open Doors. 72 Prozent aller weltweit wegen ihres Glaubens getöteten Christen stammen aus dem Land.

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