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von Carola Eissler
Nach Jahren der Flucht: Irak will Rückkehr der Christen fördern
Der irakische Premierminister al-Zaidi hat die Rückkehr der irakischen Christen in ihr Land als nationale Priorität erklärt. Dies sagte er bei einem gemeinsamen Treffen mit dem neuen chaldäisch-katholischen Patriarchen von Bagdad, Paul III. Nona, und dem irakischen Staatspräsidenten. Der 58-jährige Nona ist seit drei Monaten Oberhaupt dieser mit Rom verbundenen orientalischen Kirche und selbst aus dem Exil in seine Heimat zurückgekehrt. Die Chaldäer zählen mit rund 750 000 Mitgliedern zu den wichtigsten christlichen Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten. Viele von ihnen leben seit den Kriegen im Irak im Westen.
Bereit, alle notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen
Wie das chaldäische Patriarchat auf seiner Homepage berichtet, gab al-Zaidi dem Patriarchen die Zusage, die Rückkehr der Christen zu fördern. Die irakische Regierung sei bereit, alle notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, unter anderem auch Wohn- und Landzuteilungen für heimkehrende Christen. Entscheidend für eine Rückkehr dürften vor allem politische Stabilität, Vertrauen in die Zukunft, Arbeitsmöglichkeiten und die Sicherheit vor Diskriminierung sein. Vor zwölf Jahren führte der Vormarsch der Terrormiliz «Islamischer Staat» auf die Ninive-Ebene zur Flucht zehntausender Christen in der Nacht vom 6. auf den 7. August 2014. Nona war damals Erzbischof von Mossul und erlebte die dramatischen Stunden und Tage mit. Bis heute seien die Familien, die zu Fuss oder mit dem Auto flohen, in seiner Erinnerung präsent, allen voran «das Weinen der Kinder», so Nona in einem Interview mit «Vatican News». Ganze Dörfer wurden damals evakuiert.
Bewegung auch aus anderer Richtung
Auch aus anderer Richtung kommt Bewegung in die christliche Welt im Irak. Am 28. August wird sich die katholische Bischofsversammlung erstmals nach fünf Jahren wieder treffen, in der Nähe von Erbil. Auch bei diesem Treffen soll es um die Zukunft der Christen im Irak und um den Schutz ihrer traditionellen Siedlungsgebiete gehen. Diese zählen zu den ältesten der Christenheit und gehen zurück bis ins erste Jahrhundert. Anfang der 2000er-Jahre lebten noch rund 1,5 Millionen Christen im Irak, heute wird ihre Zahl auf 150 000 geschätzt. Laut «Open Doors» sind die fünf traditionellen Kirchen im Land – die assyrische Kirche des Ostens, die syrisch-orthodoxe Kirche, die syrisch-katholische Kirche, die chaldäisch-katholische Kirche und die armenische orthodoxe Kirche – genauso wie evangelikale Gemeinden nach wie vor stark von Gewalt, Intoleranz und Diskriminierung betroffen.
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