© shutterstock.com/rawf8

Uhr
von Thomas Lachenmaier

Mensch

Mr. President: Lesen Sie Offenbarung 18!

Es ist kaum zu fassen, aber der amerikanische Präsident kapituliert offenbar vor dem islamischen Regime des Iran und wandelt den fulminanten militärischen Sieg am Ende in eine Niederlage.

Das Mullah-Regime erreicht sein vordringliches taktisches Ziel: An der Macht zu bleiben, die Trump-Ära zu überdauern, um mit den freigegebenen Milliarden und dank dem Ölreichtum dann umso fester im Sattel zu sitzen. Für die Menschen im Iran sind diese Aussichten niederschmetternd.

Sarah Maria Sanders erinnert daran, dass der Krieg als Reaktion auf den grössten Aufstand der iranischen Bevölkerung gegen das Regime seit dessen Machtübernahme vor einem halben Jahrhundert begonnen hat. Am 8. und 9. Januar verübten die Schergen des islamischen Regimes das schlimmste Massaker gegen eine zivile Bevölkerung, an das man sich erinnern kann. Sie ermordeten wahrscheinlich mehr als 40 000 Menschen. Und das Morden geht weiter. Der Deal sichert dem bestialischen, rückständigen Regime das Überleben auf unabsehbare Zeit.

 

Den Respekt verspielt

Drei verheerende Folgen sind unausbleiblich, wenn dieser Deal tatsächlich geschlossen wird. Erstens: Amerika hat jeden Respekt bei seinen Feinden verspielt. China (Taiwan-Frage), Russland, Nordkorea und die islamischen Feinde des Westens im Nahen Osten vom Iran über Syrien bis zu den Huthis und den «Palästinensern» wissen damit, dass man Amerika am diplomatischen Nasenring durch die weltpolitische Manege führen kann. Feigheit und Rückgratlosigkeit ermutigen die Terroristen aller Couleur und bestärkt und ermutigt sie in ihrem Tun.

Zweitens. Es ist absurd, aber das dämonische Regime der Mullahs ist nach dem Krieg fester im Sattel als vor dem Krieg. Wer traute sich noch, ihm entgegenzutreten, nach dieser Erfahrung? Wenn die Mullahs in einer unbestimmten Zukunft die Strasse von Hormus wieder als Mittel zur Durchsetzung von Forderungen einsetzen: Wer wird ihnen wehren? Trumps Tage sind gezählt, die des Terrorregimes vorerst nicht. Mit seiner Politik, die nicht zu verantworten ist, gibt Trump den Mullahs die Meerenge als Pfand ihres künftigen Handelns. Iran behält seine ballistischen Raketen, darf im begrenzten Umfang Uran anreichern – und wird, wie gehabt, tun, wie es ihm beliebt.

 

Das Vertrauen verloren

Trump hat das iranische Volk in seinem Aufstand gegen die Nazis unserer Tage ermutigt und ihnen versprochen: «Hilfe ist auf dem Weg.» Er hat diese tapferen Menschen verraten und sie im Stich gelassen. So, wie er vor nicht langer Zeit die Kurden bitter enttäuschte. Er hat die Iraner «ins Messer laufen lassen», wie Sarah Maria Sanders kommentiert. Die dritte Lehre aus dem schandbaren Handeln Trumps ist: Amerika hat das Vertrauen bei seinen Freunden verloren. Freunde Amerikas und Gruppierungen, die in einem feindlichen Umfeld an der Seite Amerikas stehen könnten, wissen mit diesem «Deal» endgültig: Auf Amerika ist kein Verlass. Das schränkt Amerikas Handlungsoptionen ein und schwächt die amerikanische Stellung immens.

Ein Viertes: Mit diesem Abkommen wird die Republikanische Partei, und werden die Konservativen Amerikas insgesamt gespalten. Es gibt den Flügel der an Freiheit und biblischen Werten orientierten besonnenen Konservativen, für die etwa Aussenminister Marco Rubio und Senator Lindsey Graham stehen. Und es gibt den Flügel der durchgeknallten Antisemiten vom Schlage eines Tucker Carlsen und der rechten Woken. Damit wird Amerika bald an die Demokratische Partei fallen, die von der Basis bis in hohe Ämter vom Virus der Israelfeindschaft und des Antisemitismus infiziert ist. Wenn das so kommen wird, dann ist der Fall Amerikas besiegelt. Auch hier zeigt sich: Israel ist die Wegscheide, an der Haltung zu Israel und zum jüdischen Volk entscheidet sich das weitere Schicksal von Nationen. Amerika wird ein weiteres Imperium in einer langen Folge über die Jahrtausende hinweg sein, welches sang- und klanglos untergeht, wenn es sich gegen Israel wendet. Wie mit dem alten Babylon wird es mit dem neuen Babel sein. Mr. President: Lesen Sie Offenbarung 18!

 

Narzisstische Prahlerei und Selbstüberschätzung

Das Geschehen hat auch eine persönliche Note in der narzisstischen Persönlichkeit des US-Präsidenten. Trumps Erklärungen zu dem Deal finden in ihrer Überheblichkeit, in ihrem falschen Stolz keine Grenzen. Sie strotzen vor Masslosigkeit und Selbstüberschätzung. Joel Richardson, Autor des Buches «Der islamische Antichrist», der Verbindung zu den unterdrückten Christen im Iran hat, vergleicht das Prahlen und den Stolz Donald Trumps mit dem Hochmut des Pharao, mit der Selbstüberhebung Nebukadnezars und mit dem überheblichen Angeben des Königs von Assyrien (Jes. 10), der sich als Herr der Geschichte sieht, der die Grenzen der Länder setzt: «Ich hab’s durch meiner Hände Kraft ausgerichtet und durch meine Weisheit, denn ich bin klug.» Hochmut kommt vor dem Fall, lehrt die Schrift. Wie wurden diese Egomanen gedemütigt!

Gerade bei einer Person mit einem solchen Amt bleibt das nicht ohne Folgen. Gott ist hoch und erhaben, lesen wir in Psalm 138. Er sieht den Bescheidenen und sieht den Stolzen von ferne. Er durchschaut den Hochmütigen, er hat ihn im Blick. Es wird dem hochmütigen und verblendeten Trump nicht anders gehen als dem Herren über Assyrien, als Nebukadnezar. Trump meinte erklären zu können, er sei es, der das Überleben Israels gesichert habe, es in der Hand zu haben. Was für eine Vermessenheit! Er hat gar nichts in der Hand, nicht einmal sein Leben. Gott ist der Hüter Israels, er schläft und schlummert nicht (Ps. 121,4).

In einer Welt, die von Gott abfällt, gibt es keinen politischen, keinen weltlichen Trost mehr. Der innere und der äussere Frieden kommen von Gott. Von nirgendwo anders her. Vielfach hat der Gott Israels dessen Überleben versprochen und seine letztliche Errettung und Erlösung von allen Feinden angekündigt. Gott spricht in Jesaja 60 über die Welt und über Zion: «Siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der HERR auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir». An Israel gewandt spricht der Schöpfer des Himmels und der Erde, und der Schöpfer Israels: «Steh auf, werde licht! Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir». Kein «Deal» wird dies verhindern.

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/Matt Matic
Natur

Darwins Grösste Lücke

Bestätigt die Fossilüberlieferung insgesamt Darwins Evolutionstheorie? Ein genauer Blick zeigt eher das Gegenteil. Dieser Befund ist in der Öffentlichkeit aber nahezu unbekannt.

[mehr] Darwins Grösste Lücke
© shutterstock.com/Eletha15

Tatsachen und Täuschung

Die Hamas wird einer Entwaffnung niemals zustimmen. Im Gegensatz zu den Aussagen der Hamas-Vertreter in den Verhandlungen offenbaren ihre Verlautbarungen auf Arabisch die tatsächlichen Absichten. Auch die Autonomiebehörde (PA) steht fest zu ihren Plänen zur Vernichtung Israels.

[mehr] Tatsachen und Täuschung
© shutterstock.com/Firdi Arham
Glaube

«Ich will den Segen weitergeben»

Der Engländer Graham McCabe (61) verbrachte vier Jahre im Gefängnis. Mit factum sprach er über seine erstaunliche Bekehrungsgeschichte. Heute liegen ihm gebrochene Menschen am Herzen.

[mehr] «Ich will den Segen weitergeben»

Mehr entdecken

ethos – Glaube. Schöpfung. Welt.

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos macht Mut, informiert über Zeittrends und erleichtert die Meinungsbildung. Die Familienzeitschrift erscheint 12-mal jährlich und spricht alle Altersgruppen an. Das Evangelium von Jesus Christus steht im Zentrum und bringt damit die Frohe Botschaft mitten ins Leben.

open hands – Hoffnung, die hilft.

Die christlich-soziale Osthilfe unterstützt Menschen in
Rumänien – praktisch, herzlich und im Vertrauen auf
Gottes Wort.