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von Carola Eissler
Israel: Neue Intifada befürchtet
In Israel wächst die Furcht vor einer neuen Intifada. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Palästinensische Autonomiebehörde aktuell eine 70 000 Mann starke Sicherheitstruppe unterhält, die über schwere Waffen und eine militärische Ausbildung verfügt, die über die reine Polizeiarbeit weit hinausgeht. Laut den Oslo-Abkommen von 1993-95 darf die PA aber nicht mehr als 12 000 bewaffnete Kräfte unterhalten. Eine klare Verletzung des Abkommens also, wie kürzlich auch das Jerusalem Center for Security and Foreign Affairs (JCFA) warnte.
Zehnmal so viele wie am 7. Oktober 2023
Laut der Studie ist diese Truppe, die nur auf den Befehl zum Angriff warte, mehr als zehnmal so gross wie die Zahl der Terroristen, die am 7. Oktober 2023 aus Gaza 22 Kilometer tief nach Israel eindrangen und dort ein Massaker verübten. Sorgen bereitet Israel vor allem die Nähe der so genannten Westbank unter palästinensischer Kontrolle zu dicht besiedelten israelischen Gebieten: Von der palästinensischen Stadt Kalkilya bis zur Mittelmeerküste sind es nur 14 Kilometer, dazwischen liegen grosse israelische Städte wie Herzliya und Hod Hasharon.
Eine neue Welle der Gewalt
In den vergangenen Tagen und Wochen kam es zu einer Gewaltwelle und zu mehreren Terroranschlägen gegen Juden und jüdische Siedlungen in den Palästinensischen Gebieten, dem jüdischen Kernland Judäa und Samaria. In der Nähe von Havat Gilad wurde eine jüdische Wandergruppe angegriffen und zwei Menschen wurden erschossen. Angesichts der aktuellen Gefahr tagte auch das israelische Sicherheitskabinett. Experten vermuten, dass die Hamas versucht, die Westbank als neue Front gegen Israel zu eröffnen.
Bereits seit Monaten geht Israels Militär IDF offensiv gegen Terrorzentren in der PA vor. Gleichzeitig werden Strassen, Bushaltestellen und Einkaufszentren der in der Zone C gelegenen jüdischen Gemeinden von der Armee geschützt und die Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften in den einzelnen jüdischen Dörfern innerhalb der Westbank intensiviert. Als Strategie, um die Sicherheit der bestehenden jüdischen Ortschaften zu erhöhen, werden neue Aussenposten gegründet, was wiederum zu harscher Kritik vor allem aus dem Westen führt, der Juden innerhalb der Westbank grundsätzlich als «Siedler» bezeichnet.
Alles eng beieinander
Die Westbank ist seit dem Oslo-II-Abkommen von 1995 in drei Zonen A, B und C unterteilt. Die Zone C untersteht der israelischen Gerichtsbarkeit, während die Zonen A und B von der Palästinensischen Autonomiebehörde kontrolliert werden. Geographisch liegen die Zonen eng beieinander, Strassenübergänge sind oft fliessend. In der Zone A, die Juden nicht betreten dürfen, liegen alle grossen Städte wie Ramallah, Nablus, Jenin, aber auch Bethlehem.
Israel war in der Vergangenheit zweimal mit einer Intifada, einem so genannten Volksaufstand der Palästinenser, konfrontiert. Die erste Intifada tobte von 1987 bis 1993, die zweite von 2000 bis 2005.
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