Uhr
von Carola Eissler
Iran: St.-Peter-Kirche kurz vor Beschlagnahme
Die Gläubigen hätten drei Wochen Zeit, um das Gebäude zu räumen, andernfalls drohe ihnen allen die Verhaftung. Die im Kirchenkomplex lebenden 20 armenischen und assyrischen Familien müssen ebenfalls gehen. Die St.-Peter-Kirche wurde 1876 von amerikanischen Missionaren gebaut und gilt als älteste protestantische Kirche im Iran. Sie ist vor allem Anlaufstelle für Armenier und Assyrer. Das Kirchengrundstück ist rund vier Hektar gross, sein Wert wird auf rund zehn Millionen Dollar geschätzt. Zum Komplex gehören auch zwei Schulen und Dutzende Wohnhäuser. Die traditionellen armenischen und assyrischen Kirchen sind im Iran zwar durch den Staat anerkannt, ihre Mitglieder haben jedoch unter enormen Repressalien zu leiden. Konvertiten aus dem Islam sind im Iran schwerer Verfolgung ausgesetzt. Vor allem seit dem Israel-Iran-Krieg im Juni 2025 werden christliche Konvertiten der Unterstützung Israels bezichtigt und verfolgt.
Keine Gottesdienste in persischer Sprache
Bereits vor zehn Jahren war der Kirche verboten worden, Gottesdienste in persischer Sprache abzuhalten. Damit will die Islamische Republik verhindern, dass Konvertiten die Gottesdienste besuchen. Stattdessen müssen die Gottesdienste auf Armenisch und Assyrisch abgehalten werden. Den Mitgliedern der armenisch-assyrischen Minderheit ist zudem der Kontakt zu christlichen Konvertiten verboten.
Die iranische Menschenrechtsanwältin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat auf ihrem Telegram-Kanal umgehend auf die Beschlagnahme-Ankündigung reagiert und das Vorgehen als «Fortsetzung derselben Politik, die seit Jahren gegen iranische Christen, insbesondere christliche Konvertiten, verfolgt wird» bezeichnet. Es gehe immer nach demselben Muster: Zuerst würden Bürger ihrer Rechte beraubt, dann werde ihre Religionsausübung verboten, anschliessend werden ihnen Wohnungen und Kirchen weggenommen, und schliesslich werden sie vertrieben, so Ebadi.
Die St.-Peter-Kirche ist laut Open Doors nicht die einzige registrierte Kirche in existentieller Gefahr. Am 4. Juni zerstörte die IRGC ein offizielles evangelisches Kirchengebäude in der nordöstlichen Stadt Maschhad. Am 10. Juni wurde ausserdem die St.-Nikolaus-Kirche in Teheran, die einzige legale russisch-orthodoxe Gemeinde im Land, von Unbekannten überfallen.
Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Neue News
Es war einmal ein Klimaszenario ...
Ein extremes Klimaszenario, fünf Grad plus bis 2100! Nicht entwickelt, um der Öffentlichkeit eine mögliche Zukunft vorzurechnen, sondern als Konstrukt, um Klimaeffekte zu erforschen, weil stärkere modellierte Erwärmung deutlichere Signale erzeugt. Interessante Spielereien eben.
[mehr] Es war einmal ein Klimaszenario ...Eine Erklärung der Demut
Vor 250 Jahren unterzeichneten die Gründerväter der USA die Unabhängigkeitserklärung. Das Streben heutiger Eliten macht sie aktueller denn je. Es gibt Hoffnung für künftige Generationen.
[mehr] Eine Erklärung der DemutHöheres Risiko
Frauen haben bei Autounfällen ein 60 Prozent höheres Verletzungsrisiko als Männer. Dies zeigt eine Studie der Technischen Universität (TU) Graz. Besonders betroffen sind Beifahrerinnen und ältere Frauen. Die Erkenntnisse legen eine Anpassung der Sicherheitssysteme und der gesetzlichen Teststandards nahe.
[mehr] Höheres RisikoMehr entdecken
ethos – Glaube. Schöpfung. Welt.
Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos macht Mut, informiert über Zeittrends und erleichtert die Meinungsbildung. Die Familienzeitschrift erscheint 12-mal jährlich und spricht alle Altersgruppen an. Das Evangelium von Jesus Christus steht im Zentrum und bringt damit die Frohe Botschaft mitten ins Leben.