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von Johannes Pflaum
In Schwachheit stark sein
Über grosse Glaubensvorbilder aus der Missions- und Kirchengeschichte haben wir oft falsche Vorstellungen. Wir sehen sie als unverwundbare Glaubensvorbilder, an denen Widerstände abperlen und denen Schwierigkeiten und Anfechtungen nichts anhaben können. So eine Art geistliche Eliteeinheit, fromme Navy Seals, die alles geistlich im Griff haben und durch ihr vorbildliches Glaubensleben unverwundbar sind.
Lesen wir das Neue Testament gründlich, werden wir von solchen Vorstellungen kuriert. In der Apostelgeschichte und den Briefen von Paulus können wir sehen, wie sein Leben und sein Dienst auch von Schwachheit, Leiden, schweren Enttäuschungen und dem Abbau seiner körperlichen Kräfte gekennzeichnet war.
(K)eine geistliche Elite!?
In 2. Korinther 11 öffnet uns Paulus einen Türspalt zu seinen Leiden um des Evangeliums Willen. Dabei geht es nicht nur um äussere Leiden und Entbehrungen, sondern auch um Anfechtungen, Ausweglosigkeit, innere Nöte und Kämpfe. In Kapitel 12 haben wir dann das bekannte Wort, dass Gottes Gnade und Kraft in den Schwachen mächtig ist. Also das genaue Gegenteil eines frommen Elitekämpfers.
Dasselbe finden wir auch in der Missionsgeschichte. Hudson Taylor stiess mit als Erster in das bisher unerreichte Inland von China vor, mit allen Gefahren und Herausforderungen. Sofort haben wir wieder das Bild eines unerschrockenen Fernspähers vor uns, der hinter feindlichen Linien landet und sich selbstbewusst an die Erfüllung seiner Mission macht. Aber Hudson Taylor war schon in seinem Auftreten das Gegenteil eines sturmfesten Pioniermissionars. F. W. Baller schrieb über seine erste Begegnung mit ihm: «Sein Äusseres war nicht besonders imponierend. Er war zart gebaut. Seine Stimme klang sanft. Wie die meisten jungen Männer glaubte auch ich, dass Kraft und Lärm zusammengehörten. Von einem Führer erwartete ich deshalb grosse körperliche Überlegenheit. Doch als er dann sagte: ‹Lasst uns beten!›, schlug meine Auffassung völlig um.
Neugierig? Lesen Sie den gesamten Artikel im factum 04/2026
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