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von bhw
«Ich will den Segen weitergeben»
Sommer 2025: Ich bin in Capernwray, England und nehme an einer christlichen Freizeit der Fackelträger teil. An einem Morgen sitzt mir am Frühstückstisch Graham McCabe gegenüber. Völlig fasziniert unterhalte ich mich mit ihm. Graham ist 61 Jahre alt und seit 36 Jahren Christ. Und doch: Für ihn ist es noch immer ungewöhnlich, hier zu sein, umgeben von all diesen netten Christen, von denen viele aus guten christlichen Familien stammen. Denn Graham kommt aus einem völlig anderen Hintergrund, einem Umfeld voller Kriminalität und Gewalt. Schon als Teenager hatte er mit Drogen gehandelt. Als er 22 Jahre alt war, wurde er wegen eines Raubüberfalls auf eine Apotheke und wegen Gewaltanwendung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er mit zwei weiteren Männern einen Mann fesselte und dann Medikamente und Geld stahl.
factum: Graham, wie wurdest du damals nach diesem Raubüberfall von der Polizei überführt?
Graham McCabe: Beim Überfall stahlen wir Tabletten, Ampullen mit Morphin, Betäubungsmittel, Kokain. Zwei weitere Männer waren dabei. Wir haben dann die Medikamente in meinem Haus versteckt. Aber elf Tage später wurde einer der Männer erwischt, weil er zu viele Tabletten zusammen mit Alkohol genommen hatte, deshalb im Krankenhaus landete und aufflog. Er gab meinen Namen an die Polizei weiter. Ich wurde zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
factum: Nach etwa vier Jahren im Gefängnis weckte ein Mitgefangener dein Interesse an der Bibel. Wie kam es dazu?
McCabe: Ich hatte einen Antrag auf Verlegung vom Hochsicherheitsgefängnis Wakefield nach Full Sutton in York gestellt, da Wakefield ein besonders übles Gefängnis ist.1 In Full Sutton war ich bei einem Gefängnisaufstand beteiligt, was mich zwei Monate meiner Haftverkürzung durch gute Führung kostete und mir sieben Tage Einzelhaft einbrachte. Während meiner Isolation durfte ich in die Bücherei gehen, wo ich mir ein Buch von Nostradamus auslieh, weil mir jemand gesagt hatte, Nostradamus wisse Dinge über die Zukunft. Ich wollte einfach wissen, was passiert. Nur vier Tage später sprach dann ein Mann über ein Zeichen auf unserer rechten Hand und auf unserer Stirn in der Zukunft und dass es eines Tages eine bargeldlose Gesellschaft geben würde. Er war kein Christ, er gab nur weiter, was er kürzlich gelesen hatte.
factum: Das war gerade dein Thema und hat deshalb dein Interesse weiter geweckt.
McCabe: Ich war hochinteressiert und fragte ihn, woher er diese Informationen über die Zukunft habe. Seine Antwort: aus der Bibel. Also wollte ich eine Bibel, aber keine römisch-katholische wie die aus dem Gefängnis, weil ich keine guten Erinnerungen daran aus meiner Schulzeit hatte. Deshalb gab er mir seine. Als ich anfing zu lesen, hatte ich plötzlich das Gefühl, als wäre da eine Art Gegenwart (Englisch: «Presence») bei mir, die sich über mich lehnte und mir zeigte, was ich lesen sollte. Ich begann mit den Büchern Daniel und Hesekiel und hatte einfach das Gefühl, dass dieses Buch die Wahrheit enthielt. Ehrfurcht erfüllte mich beim Lesen des Alten Testaments. Wenig später verspürte ich übernatürliche Liebe, Frieden und Freude.
factum: Du hast das gespürt, noch bevor du zum Neuen Testament kamst? Das ist ungewöhnlich …
Neugierig? Lesen Sie den gesamten Artikel im factum 03/2026
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