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von bhw

Mensch

ICF Karlsruhe: Antrag auf Anerkennung als Jugendhilfeträger abgelehnt

Der Karlsruher Jugendhilfeausschuss verweigert dem ICF die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe – obwohl die Stadtverwaltung dafür plädiert hatte. Die Entscheidung wirft Fragen nach den Massstäben auf, mit denen kirchliche Jugendarbeit beurteilt wird.

Das war ein Schlag ins Gesicht: Nach einer längeren Debatte stimmten vergangene Woche 17 Mitglieder des Karlsruher Jugendhilfeausschusses gegen die Anerkennung des ICF (International Christian Fellowship) als Träger der freien Jugendhilfe. Lediglich sechs stimmten dafür, ein Mitglied enthielt sich. Damit folgte der Ausschuss nicht der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung, welche die Anerkennung im Vorfeld auf Basis der formalen Kriterien ausdrücklich empfohlen hatte. Die Stimmen für eine Anerkennung kamen primär von Mitgliedern der CDU und der FDP und AfD, die auf die funktionierende und viel genutzte praktische Jugendarbeit vor Ort verwiesen.

Die Mehrheit des Ausschusses (hauptsächlich Grüne, SPD und Die Linke) lehnte den Antrag aufgrund folgender Kritik ab: Zum einen wurde der Umgang mit queeren Jugendlichen bemängelt. Die Statements des ICF zu LGBTQ+-Themen blieben den Kritikern zu allgemein und böten keinen verlässlichen Schutz für «beeinflussbare junge Menschen». Zudem wurde kritisiert, dass sich die Karlsruher Gemeinde nicht deutlich genug von homophoben Positionen anderer ICF-Standorte abgrenze. Zum anderen blieben erhebliche Zweifel an einer Trennung zwischen der sozialen Jugendarbeit und der religiösen Missionierung.

 

 

Enttäuschung beim ICF

Die Freikirche ICF reagierte tief enttäuscht und erklärte, in der Diskussion sei ein Bild gezeichnet worden, in dem man sich selbst nicht wiederfinde. Beim ICF sei jeder Mensch ungeachtet seiner sexuellen Orientierung oder Herkunft willkommen.

Der Abstimmung vorausgegangen war ein kritischer Artikel in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). Darin hatte der Redakteur der «umstrittenen Freikirche» auf die Finger geschaut und homosexuellenfeindliche Positionen vermutet – primär, weil das Pastoren-Ehepaar Steffen und Sibylle Beck ein Familienleben predigt, «wie Gott es sich vorgestellt hat». Sogar eine Sektenbeauftragte wurde im BNN-Artikel zitiert, die das «ICF im Blick» habe.

 

Gemessen mit zweierlei Mass

Der Redakteur hat hier vermeintlich seine Hausaufgaben gemacht und alles genau unter die Lupe genommen. Auffällig ist jedoch, dass diese investigative Härte meist nur bei Christen und Freikirchen an den Tag gelegt wird. Bei politisch sensibleren Themen – wie dem Neubau von Moscheen unter dem Einfluss ausländischer, teils demokratiefeindlicher Verbände (z.B. DITIB) oder der Aufarbeitung der Corona-Massnahmen – reagieren die meisten Leitmedien sowie linke und grüne Politiker bei Abstimmungen spürbar zurückhaltender. Wo bei bibeltreuen Christen im Namen der Aufklärung sofort die Sektenbeauftragte bemüht wird, scheuen Redaktionen und Ausschüsse bei anderen Gruppierungen aus Angst vor Rassismus- oder Diskriminierungsvorwürfen die tiefe Konfrontation.

 

Langjähriges Engagement wird verkannt

Die Entscheidung hindert das ICF Karlsruhe rechtlich zwar nicht daran, seine bisherige Kinder- und Jugendarbeit fortzuführen. Die Gemeinde erhält dadurch jedoch nicht den rechtlich und finanziell vorteilhaften Status eines öffentlich anerkannten Trägers. Die wertvolle Arbeit, die sie bereits in Zusammenarbeit mit der «Kinder- und Jugend-Arche» leistet, wird mit dieser Abstimmung schlichtweg verkannt. Dabei hatte die Fachbehörde der Stadtverwaltung das langjährige Engagement und die Erfüllung aller formalen Kriterien des ICF zuvor gewürdigt und die Anerkennung empfohlen – eine fachliche Würdigung, die nun einer ideologisch beeinflussten Abstimmung weichen musste.

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