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von bhw
Höheres Suizidrisiko bei Landwirten
Laut dem Agrarbarometer der Landwirtschaftlichen Rentenbank hat sich die wirtschaftliche Lage der Landwirte zuletzt deutlich verschlechtert, im Frühjahr 2026 fiel das Barometer auf ein Zehnjahrestief. Viele Betriebe gerieten zunehmend unter Liquiditätsdruck, weil die Preise niedrig seien und die Kosten deutlich stiegen, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, in einer Pressemitteilung. Der Verband fordert zudem weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen.
Zusätzlich verschärfen sinkende Erzeugerpreise die Situation: Im Juli 2026 lagen sie laut einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes um 13,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Ausserdem nehmen die Anforderungen an Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz zu. Der Strukturwandel hält an: Laut der Agrarstrukturerhebung sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 2020 bis 2023 um rund 7800 auf 255 000.
Enorme Herausforderungen
Die Landwirte stünden mittlerweile vor enormen Herausforderungen, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) der Funke-Mediengruppe und erwähnte auch einen Vertrauensverlust in die Politik. Er warnte vor einer überdurchschnittlich hohen Suizidrate unter Landwirten in Deutschland. Diese sei in dieser Branche «ums Dreifache höher als in der normalen Bevölkerung». Das habe verschiedenste Hintergründe, «aber natürlich sind es oftmals wirtschaftliche Schwierigkeiten, für die der überwiegende Grossteil nichts kann», so der Landwirtschaftsminister.
Zwar liegen der Bundesregierung noch keine bundesweiten, offiziellen Statistiken zu Suiziden in der Landwirtschaft vor, doch Daten der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) stützen die Warnungen. Auswertungen des «Telefonischen Einzelfallcoachings» und der «Online-Gesundheitstrainings» der LKK zeigen massive Risikofaktoren für Depressionen. Zudem berichteten 67 Prozent der Therapeuten und 52 Prozent der Berater, dass Suizidgedanken in mindestens jedem 20. Beratungsgespräch ein Thema waren.
Daten sprechen eine klare Sprache
Die von Rainer angeführten Zahlen decken sich mit einer Analyse aus Bayern von Ende August 2026, die von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Suizidprävention in der Grünen Branche (Nationales Suizidpräventionsprogramm Kassel) verfasst wurde. Die Untersuchung umfasste neben Landwirten auch Tierzüchter, Gartenbauer sowie Forst-, Jagd- und Fischereiberufe.
Für die Auswertung wurden Polizeidaten der Jahre 2017 bis 2024 analysiert. In diesem Zeitraum wurden 463 Suizide in grünen Berufen registriert – im Schnitt 58 Fälle pro Jahr. Besonders deutlich war der Befund bei Männern zwischen 18 und 59 Jahren: In dieser erwerbsfähigen Gruppe lag die Suizidrate mehr als dreimal so hoch wie im Rest der Bevölkerung. Die Autoren betonen, dass diese bayerischen Ergebnisse mit internationalen Studien übereinstimmen und eindeutig auf ein erhöhtes Suizidrisiko bei Menschen in landwirtschaftlichen und grünen Hauptberufen hinweisen.
Die Krise zeigt deutlich die Verfehlungen einer ideologisch getriebenen Politik, die den Landwirten immer neue Bürden auferlegt und dabei völlig aus den Augen verliert, wer die Menschen ernährt, die unter diesem Druck zerbrechen.
Weitere Infos gibt es hier und hier.
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