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von Carola Eissler

Mensch

Hackerangriff auf Berlin

Der Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltung hat sich zu einem digitalen Super-GAU entwickelt. Millionen sensible Daten sind im Darknet gelandet. Die mangelnde Datensicherheit wirft die Frage auf, wie verwundbar der deutsche Staat tatsächlich ist.

Die Berliner Senatsverwaltung ist Opfer des bisher grössten bekannten Hackerangriffs geworden. Nach Ablauf eines Ultimatums durch die Cybercrime-Gruppe Rhysida und die damit verbundene Weigerung Berlins, 30 Bitcoins – umgerechnet rund zwei Millionen Euro – zu bezahlen, wurden binnen weniger Stunden 1,4 Millionen sensible Daten ins Darknet gestellt. Darunter befinden sich Personalakten, Kontodaten, Behördenkorrespondenz und Gehaltsabrechnungen.

 

 

Sicherheitsrisiko für die ganze Bundesrepublik

Viel schlimmer aber: Auch Unterlagen zum Operationsplan Deutschland und zum Schutz der Hauptstadt im Spannungs- und Verteidigungsfall sind nun öffentlich einsehbar. Sämtliche sensible Infrastruktur ist aufgelistet, von Notstromanlagen über Wasserwerke bis zu Krankenhäusern, Gefängnissen und Rüstungsunternehmen, nicht selten mit privaten Telefonnummern von Verantwortlichen versehen. Der Super-GAU für die deutsche Hauptstadt wird somit zum Sicherheitsrisiko für die ganze Bundesrepublik.

Die Cyberkriminellen von Rhysida sind seit 2023 aktiv und haben in der Vergangenheit bereits die British Library und die Welthungerhilfe lahmgelegt. Der Datenraub offenbart ein unglaubliches Staatsversagen der Berliner Senatsverwaltung auf gleich mehreren Ebenen. So hatten die Kriminellen zunächst eine Woche lang Zeit, sämtliche Daten abzugreifen, bevor es überhaupt jemandem auffiel. Erst eine Störungsmeldung im IT-System offenbarte, dass die Hauptstadt gehackt wurde. Allerdings dauerte es drei Wochen, bis Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner öffentlich einräumte, dass Berlin erpresst wird. Dennoch wurde weiterhin beschwichtigt: Der Cyberangriff betreffe nur ohnehin öffentlich zugängliche Unterlagen.

 

Einfachste Sicherheitsvorkehrungen wurden nicht eingehalten

Jetzt wird klar, dass das Ausmass der ganzen Katastrophe kaum abzuschätzen ist. Laut einem Bericht des Berliner «Tagesspiegel» soll eine von einem Mitarbeiter angeklickte Phishing-Mail den Berliner Daten-GAU ausgelöst haben. Besonders brisant: Laut Presseberichten sei nun auch klar, dass einfachste Sicherheitsvorkehrungen wie verpflichtende Passwortmanager oder Zwei-Faktor-Authentifizierungen nicht eingehalten wurden. Nun stellen sich viele die Frage, ob hier nur Berlin geschlampt hat, oder ob die mangelnde Datensicherheit ein Problem in der gesamten Bundesrepublik ist.

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