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von factum-Redaktion
«Gott baut auch in Zeiten der Gottvergessenheit seine Gemeinde»
«56 Prozent der Menschen in Deutschland sind total säkular», sagte Bartholomä und weitere 25 Prozent seien religiös distanziert. Nur noch 13 Prozent hätten mit kirchlichem Leben zu tun. Diese zahlen zeigten das Ausmass der Gottvergessenheit in unserer Gesellschaft. «Wir haben uns daran gewöhnt, dass die grossen Kirchen in unserem Land jedes Jahr Mitglieder in der Grössenordnung einer Stadt wie Frankfurt oder Stuttgart verlieren». Doch Freikirchen oder Gemeinschaftsverbände kompensierten diesen Mitgliederschwund in keinster Weise. Denn: «Von wenigen Ausnahmen abgesehen schrumpfen oder stagnieren sie.» Bartholomä: «Wir erleben auch in unseren Gemeinden eine Säkularisierung.»
Zwei Seiten einer Medaille
Bezugnehmend auf Sacharja 4,10 ermutigte er aber dazu, die kleinen Anfänge nicht zu verachten. Auch die Jünger waren eine verängstigte Truppe, doch später hebelten sie die Welt aus den Angeln. Diese «kleinen Anfänge» stünden sinnbildlich für die Mission in unserer Zeit. Entscheidend seien keine Gemeindebaukonzepte, «sondern Gottes Wort bewahren und seinen Namen nicht verleugnen» (vgl. Offenbarung 3,8).
Die zweite Seite dieser Medaille sei Habakuk 3,2: «Belebe dein Werk in unseren Jahren», so Bartholomä. In vielen Erweckungsbewegungen sei dieser Vers eine wichtige Grundlage gewesen. Auch heute dürften und sollten wir Gott etwas zutrauen.
Ein erwartungsvolles Gebet
Wir bräuchten in unseren Gemeinden ein sehnsuchtsvolles und erwartungsvolles Gebet. «Die Erwartung, dass Menschen in normalen Gottesdienst zum Glauben kommen.» Gemeinden, die so beten, hätten eine evangelistische Zukunft. Bartholomä wies auch auf Leidenschaftskiller wie Müdigkeit, Bequemlichkeit und Resignation hin, die sich einstellen können, wenn trotz Aktivitäten wenig herausschaut. Das Gegenmittel sei die Freude am Evangelium. Bartholomä fragte herausfordernd: «Sind wir so begeistert von Jesus, wie wir von ihm Singen?»
Hier können wir ansetzen
Viele Menschen seien heute zwar gleichgültig. Und doch, so ist er überzeugt: Alle hätten eine Sehnsucht nach Annahme, Liebe und Zugehörigkeit. «Hier können wir ansetzen.» Dazu müssten wir uns die Frage stellen: «Wonach sehen sich meine Nachbarn, wovor fürchten sie sich?» Menschen sehnten sich nach Freiheit. Bartholomä: «Wir müssen ihnen erklären, was das bedeutet.»
Weitere Informationen: Sächsischer Gemeindebibeltag, FTH Giessen
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