© shutterstock.com/bombermoon

Uhr
von factum-Redaktion

Natur

Energiewende: Schönes Wetter – und trotzdem fehlt der Strom

Kein Wind und keine Sonne. So genannte Dunkelflauten sind im Winter keine Seltenheit und stellen eine sichere Stromversorgung vor grosse Herausforderungen. Die Erkenntnis, dass eine ähnliche Konstellation auch im Sommer auftreten kann, ist jedoch relativ neu. Die Hitzewelle im Juni hat diese Schwäche der Energiewende offengelegt.

Nachdem hohe Solarstrom-Überschüsse zuletzt an vielen Wochenenden noch für negative Strompreise gesorgt hatten, schossen die Preise am Dienstag, 23. Juni 2026 in ganz Europa extrem in die Höhe. Solar- und Windkraftanlagen fielen in den Abendstunden fast komplett aus. Wegen des hohen Strombedarfs für Klimaanlagen und Kühlaggregate hingegen konnte in manchen Ländern Europas – auch in Deutschland – die Versorgung nur durch rasches Hochfahren von Kohle- und Gaskraftwerken gesichert werden. In Belgien kletterte der Preis einer Megawattstunde Strom deshalb «auf einen historischen Höchststand von mehr als 1038 Euro. Normalerweise liegt der Preis zwischen 60 und 80 Euro. Auch in den Niederlanden wurde mit 902 Euro ein Rekordwert notiert, ebenso in Deutschland mit 747 Euro.

«Die derzeitige Hitzewelle schafft eine herausfordernde Kombination von Faktoren für die europäischen Strommärkte», kommentierte die Fachagentur «Montel». Zur grossen Nachfrage komme erschwerend hinzu, dass schon während des Tages Solaranlagen Produktivitätseinbussen erleiden, wenn es zu heiss ist. Konkret sinkt die Effizienz von Solarmodulen um 0,3 bis 0,5 Prozent, sobald die Temperatur der Module über 25 Grad Celsius steigt. Strahlt die Sonne nun stundenlang voll auf die schwarzen Glasplatten, können Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius auftreten. Somit kann die Produktivität zwischen 25 und 30 Prozent einbrechen. Am besagten Dienstag wurden in Deutschland von den rund 122 Gigawatt Solarleistung nur knapp 50 Gigawatt ins öffentliche Netz eingespeist, weniger als 50 Prozent der Nennleistung. Der Rest diente der Energieversorgung oder war Effizienzverlust durch Hitze, führt Daniel Wetzel in der WELT aus.

Auch Gas-und-Dampf-Kraftwerke arbeiten bei hohen Temperaturen weniger effizient. Und Kernkraftwerke, die auf Kühlwasser aus Flüssen angewiesen sind, drosseln bei grosser Hitze die Stromproduktion. Doch Fachleute weisen darauf hin, dass in Frankreich nur acht der 50 Atomkraftwerke auf Kühlung aus Flüssen angewiesen sind. Das zeigt: Auch an Atomkraftwerken geht die Hitze nicht spurlos vorbei, doch im Vergleich zu «erneuerbaren Energiequellen» sind die Probleme überschaubarer und vor allem vorhersehbarer. Die Energiewende – allen voran in Deutschland – gleicht weiterhin einem energiepolitischen Blindflug.

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/kody_king
Natur

Es war einmal ein Klimaszenario ...

Ein extremes Klimaszenario, fünf Grad plus bis 2100! Nicht entwickelt, um der Öffentlichkeit eine mögliche Zukunft vorzurechnen, sondern als Konstrukt, um Klimaeffekte zu erforschen, weil stärkere modellierte Erwärmung deutlichere Signale erzeugt. Interessante Spielereien eben.

[mehr] Es war einmal ein Klimaszenario ...
© shutterstock.com/FOTOGRIN
Mensch

Eine Erklärung der Demut

Vor 250 Jahren unterzeichneten die Gründerväter der USA die Unabhängigkeitserklärung. Das Streben heutiger Eliten macht sie aktueller denn je. Es gibt Hoffnung für künftige Generationen.

[mehr] Eine Erklärung der Demut
© shutterstock.com/PerfectWave
Natur

Höheres Risiko

Frauen haben bei Autounfällen ein 60 Prozent höheres Verletzungsrisiko als Männer. Dies zeigt eine Studie der Technischen Universität (TU) Graz. Besonders betroffen sind Beifahrerinnen und ältere Frauen. Die Erkenntnisse legen eine Anpassung der Sicherheitssysteme und der gesetzlichen Teststandards nahe.

[mehr] Höheres Risiko

Mehr entdecken

ethos – Glaube. Schöpfung. Welt.

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos macht Mut, informiert über Zeittrends und erleichtert die Meinungsbildung. Die Familienzeitschrift erscheint 12-mal jährlich und spricht alle Altersgruppen an. Das Evangelium von Jesus Christus steht im Zentrum und bringt damit die Frohe Botschaft mitten ins Leben.

open hands – Hoffnung, die hilft.

Die christlich-soziale Osthilfe unterstützt Menschen in
Rumänien – praktisch, herzlich und im Vertrauen auf
Gottes Wort.