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von Monika Hausammann
Eine Erklärung der Demut
Mit der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 verkündeten die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Loslösung von Grossbritannien und ihr Recht, ein eigener, souveräner Staatenbund zu sein. Was zum wirkungsmächtigsten Dokument der demokratischen Staatsphilosophie führte, ist im Grunde nichts anderes als ein weiterer Vollzug dessen, was Freiheitsdenker von Montesquieu über Bastiat, Mill, Hayek bis hin zu Mises und Baader als den Kampf zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen Produktiven und Plünderern beschreiben und wovon sie sagen, es sei im Grunde nicht weniger als die Geschichte der Menschheit überhaupt.
Wie jede Regierung versuchte auch die britische, ihre Kriegskosten durch die Erhöhung von Steuern und Abgaben wettzumachen. Zucker und Melasse wurden in den Kolonien, zu denen die USA gehörten, mit neuen Steuern belegt. Ein Jahr danach folgte mit der Stempelsteuer auf offiziellen Schriftstücken und Dokumenten, aber auch auf Zeitungen, Karten- und Würfelspielen ein weiterer staatlicher Zugriff auf die Früchte der Arbeit der Bürger. Das führte zu Protesten, einer stärker werdenden Widerstandsbewegung und vermehrt zu Gewalt. Die Entwicklung erreichte zwei Jahre später einen Höhepunkt, als das britische Parlament den Kolonien mit dem Townshend-Gesetz von 1767 Einfuhrzölle auf Glas, Tee und Papier auferlegte. Ab da folgte jener zerstörerische Reigen, wie die Geschichte ihn in unzähligen Variationen kennt: Auf den immer gierigeren Zugriff und den grösseren Einsatz von Gewalt des Staates folgt Gegengewalt, worauf der Staat mit mehr Enteignung und noch mehr Gewalt reagiert. Um die mörderische Spirale zu durchbrechen und zu einer friedlichen Lösung zu kommen, entsandten die Kolonien noch 1774 im Bemühen um einen Kompromiss Delegierte an den ersten Kontinentalkongress und appellierten an das Parlament des Mutterlandes. Dort stellte man sich taub für ihre Anliegen, die Bemühungen scheiterten, es kam zum Unabhängigkeitskrieg, in dessen zweitem Jahr die Geburtsstunde der Unabhängigkeitserklärung liegt.
Ungebrochene Aktualität
Liest man den Text, der gerade mal drei Seiten umfasst und in der Hauptsache begründet, warum der Staatenbund sich von Grossbritannien lossagt, stellt man sofort fest, dass das Dokument von einer Aktualität ist, die den oben erwähnten Freiheitsdenkern recht gibt. Es war kein Schnellschuss, sondern eine schmerzhafte Entscheidung und das Ende eines langen, Jahre dauernden Prozesses, in dem man nichts unterlassen hatte, um andere Lösungen zu finden. Das Scheitern aller Versuche war wie die Steuern erzwungen. Es war nicht das eigene Scheitern, sondern das unverhüllte Gesicht des Machtapparats, der seine Macht nur noch durch Gewalt und das gezielte Scheitern-Lassen von Gespräch und Kompromiss sichern zu können glaubte.
Was steht denn nun darin, in dieser historischen Erklärung?
Neugierig? Lesen Sie den gesamten Artikel im factum 04/2026
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