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von Carola Eissler
Drohungen und Angriffe gegen Evangelische Martinskirche Langenau
Begonnen hat die Kampagne mit der Störung einer Predigt am 15. Oktober 2023, in der der Hamas-Anschlag eine Woche zuvor angesprochen und verurteilt wurde. Besonders Pfarrer Ralf Sedlak, Vater von sechs Kindern, und seine ganze Familie sind seit nunmehr zweieinhalb Jahren massiven Beleidigungen und Angriffen ausgesetzt. An der evangelischen Martinskirche wurden im Zuge einer anti-israelischen Demonstration schlimmste antisemitische Schmierereien angebracht, mit einer Schreckschusspistole sogar Schüsse auf das Gotteshaus abgegeben. Vor wenigen Tagen verurteilte nun das Amtsgericht Ulm einen 76-jährigen Rentner zu neun Monaten auf Bewährung, weil er dem Pfarrer und seiner Familie mehrfach nachgestellt, sie beleidigt, Gottesdienste belagert und gestört und zahlreiche Personen angepöbelt hatte. Der Senior ist Initiator einer Pro-Palästina-Gruppierung, die regelmässig vor der Kirche zu Demonstrationen aufruft.
Dabei werden auch Gottesdienstbesucher belästigt, im Sommer vergangenen Jahres kam es sogar zu Handgreiflichkeiten gegen Gläubige. Landeskirche, Kommune und Landkreis hatten anfangs eher zögerlich auf die Angriffe reagiert. Erst als die Angriffe bereits monatelang andauerten und an Intensität und Gewalt zunahmen, äusserste sich die Landeskirche ab Oktober 2024. Die Kommune hatte im Sommer 2025 schliesslich Kundgebungen direkt vor der Kirche untersagt. Eine Palästina-Gruppierung rief für Pfingst-Sonntag erneut zu einer Kundgebung und zu Protest vor der Martinskirche Langenau auf. Auf Anfrage von factum bestätigte die Kirche dann, dass die Anti-Israel-Demo jedoch kurz vor dem Start des Gottesdienstes am Pfingstsonntag abgesagt worden ist. Darüber hinaus nahm - auch als ein Zeichen der Unterstützung für die Kirchgemeinde in Langenau - der neue baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) am Gottesdienst teil.
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