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von Carola Eissler

Mensch

Die Affäre um Sven Hüber weitet sich aus

Der Bundespolizist, GdP-Vize und ehemalige DDR-Politoffizier Sven Hüber geht nun juristisch gegen den Historiker und langjährigen Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, vor. Dieser hatte in einer Mitteilung auf X geschrieben, Hüber rufe nach einem Wahlsieg der AfD «de facto zur Befehlsverweigerung, zum Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung und zum Einmarsch der Bundespolizei» in Sachsen-Anhalt auf.

Zum Hintergrund: Hüber hatte vor kurzem als mächtiger Funktionär innerhalb der «Gewerkschaft der Polizei» (GdP) Bundespolizisten davor gewarnt, bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September die AfD zu wählen und im Zusammenhang mit einem eventuellen Sieg der Partei von einem «inneren Notstand» gesprochen. Die Umfragen prognostizieren derzeit einen klaren Sieg der «Alternative für Deutschland». Sven Hüber, 62 Jahre, GdP-Vize und Vorsitzender des Hauptpersonalrats der Bundespolizei, bringt in dem Beitrag für die Gewerkschaftszeitung mehr oder weniger eine Befehlsverweigerung der Landespolizei unter einem möglichen AfD-Innenminister und eine Übernahme durch die Bundespolizei ins Spiel, um «mit polizeilichen Mitteln die verfassungsmässige Ordnung wiederherstellen zu können».

 

Einschlägige DDR-Vergangenheit

Durch die Äusserungen Hübers in der Gewerkschaftszeitung war dessen Vergangenheit als DDR-Politoffizier und Chef des Grenzregiments 33 mit direktem Schiessbefehl an der innerdeutschen Grenze ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Denn: Sven Hüber ist nicht irgendein Streifenpolizist, sondern einer der mächtigsten Männer im Apparat der Bundespolizei. Umso mehr schockiert, dass der Mann mit eindeutiger Polit-Vergangenheit in der DDR offensichtlich nahtlos in den bundesdeutschen Polizeiapparat wechseln und dort in die höchsten Funktionen aufsteigen konnte. Zum Ende der DDR diente Hüber als stellvertretender Kompaniechef und Stabsoffizier im Grenzregiment 33 in Berlin. Zudem kümmerte er sich als so genannter Jugendinstrukteur um die politisch-ideologische Schulung der Grenzsoldaten.

 

 

Nicht der erste Angriff

In der Vergangenheit war Hüber bereits mehrfach durch entsprechende politische Äusserungen aufgefallen. So beteiligte er sich auch an der damaligen Diffamierungskampagne gegen Hubertus Knabe, der zu diesem Zeitpunkt noch die Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen leitete.

Nun geht Hüber also erneut gegen Hubertus Knabe vor. Eine Löschung des Beitrags lehnt der krisenerprobte Knabe ab. Er lasse sich von einem ehemaligen DDR-Politoffizier keinen Maulkorb verpassen.

 

Update 26.08.2026, 13:40 Uhr: Sven Hüber ist heute Morgen mit sofortiger Wirkung vom Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zurückgetreten. Als Grund nannte er gemäss einem Artikel in der WELT mehrere rechtliche und gerichtliche Auseinandersetzungen wegen medial erhobener Vorwürfe zu seiner Vergangenheit vor dem Dienst in der Bundespolizei und vor seiner Tätigkeit für die GdP. Er wolle verhindern, dass die Vorwürfe die Polizeigewerkschaft weiter belasteten.

 

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