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von Monika Hausammann

Mensch

Der Preis der Lüge

Krieg im Nahen Osten und in der Ukraine: Hätte man Bürgern und Unternehmen von Anfang an reinen Wein eingeschenkt, hätte man nicht gelogen und würde man nicht Preise manipulieren, dann wären die kommenden Monate und Jahre nicht so hart, wie es sich heute abzuzeichnen beginnt. Aber es geht weiter. Einfach immer weiter.

Regierungen und Medienagenturen wie Reuters und Axios arbeiten aktiv daran, die Terminmarktpreise für Öl unter 100 Dollar zu halten. Die Muster sind mittlerweile so deutlich erkennbar, dass es schon enorm viel Glauben braucht, um die Korrelation zwischen Kursbewegungen auf kritischen Preislevels und Politiker- oder «Quellen»-Äusserungen und Medienmeldungen anders zu erklären als mit gezielter Manipulation.

 

Wenn die Wirklichkeit an die Tür klopft …

Dass die Börsenaufsicht dem zusieht, ohne einen Finger zu rühren, dass die Medien das Spiel mitmachen und alles noch verstärken, macht wütend. Aber es ist nichts im Vergleich dazu, was es für viele Unternehmen und Menschen bedeuten wird, wenn die Wirklichkeit von Angebot und Nachfrage an die Tür klopfen wird.

Um sich klarzumachen, was hier angerichtet wird, reicht es, sich vorzustellen, wie die Lage wäre, hätte man den Leuten von Anfang an reinen Wein eingeschenkt: «Wir haben Krieg im Nahen Osten und in der Ukraine. Wir können oder wollen diese Kriege nicht beenden. Es werden Ölinfrastruktur und Raffineriekapazitäten in noch nie da gewesenem Ausmass zerstört und es wird sehr, sehr lange dauern, bis sich alles wieder normalisiert. Wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit über viele Jahre hinweg mit viel höheren Preisen konfrontiert sein. Und zwar über alle Branchen und Bereiche hinweg. Zuvorderst Diesel, Heizöl, Benzin.»

 

 

Folgen des blinden Vertrauens

Was hätten vernünftige Menschen getan, wenn sie das gehört hätten? Sie wären auf die Bremse getreten. Sie hätten Anschaffungen verschoben und das Geld beiseitegelegt. Sie hätten ihre Konsumgewohnheiten angepasst, hätten Vorräte gekauft, und sie würden seit Monaten auf nicht-notwendige Fahrten verzichten. Desgleichen Unternehmen: Man hätte frühzeitig die Preise für zukünftige Kraftstoffkäufe abgesichert (Hedging), hätte möglicherweise die Fahrzeugflotte rascher modernisiert, hätte Touren und Routen optimiert, Kunden informiert über Preiserhöhungen, Lieferketten angepasst, das Mobilitätskonzept der Mitarbeiter überarbeitet und grosse Mengen wichtiger Produkte oder von Kraftstoff frühzeitig und mit Mengenrabatten eingekauft.

Stattdessen hat man sich auf die «vertrauenswürdigen Informationen» derer, die es wissen müssen, verlassen. Sie sagten und sagen noch heute, alles sei gut. Nur vorübergehend. Man hätte genügend Reserven und schlimmstenfalls könne der Staat überbrücken. Keine Neu-Evaluierungen finden statt, keine Planung, keine Reserven, kein Verzicht, keine Vorräte. Als wäre alles normal, navigieren Menschen und Unternehmen täglich blinder durch die Zuckerwatte politischer und medialer Lügen. Um irgendwann in Kürze gegen eine Wand zu laufen. Und wofür? Bloss, weil sie «gieren, Klein und Gross, nach unrechtem Gewinn» und nach Macht und «gehen alle mit Lüge um» (vgl. Jeremia 6,13).

 

Ägypten hält nie, was es verspricht

Es ist höchste Zeit, dass diese ausufernde Staats-, Medien- und Expertengläubigkeit wieder dem Glauben an Gott weicht und das fraglose Vertrauen in Menschen wieder gesundem Zweifel und dem Selberdenken mit Bitte um Führung durch den Heiligen Geist. Ägypten hält nie, was es verspricht.

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