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von Carola Eissler

Mensch

Cannabislegalisierung und die ersten Auswirkungen

Vor zwei Jahren hat Deutschland Cannabis teillegalisert – und das hat bereits erste Folgen. Wissenschaftler aus Hamburg und Leipzig warnen: Fälle von Vergiftungen und Psychosen nehmen stark zu.

Im April 2024 trat in Deutschland das neue Cannabisgesetz in Kraft, forciert von der damaligen Regierung von SPD, Grünen und FDP. Mit der Begründung, man wolle den Schwarzmarkt austrocknen, wurden Eigenkonsum und der begrenzte Anbau von Cannabis für private Zwecke legalisiert. Seither erhält man an jeder Strassenecke das Rauschmittel, offen wird die Droge vertickt. Gleichzeitig wurde der Cannabiskonsum aus dem Betäubungsmittelgesetz gestrichen – nun fällt es Ärzten leichter, medizinischen Cannabis zu verschreiben. Die Wirkung dieses Medizinal-Cannabis mit einem höheren THC-Gehalt, dem Wirkstoff der Hanfpflanze, trägt allerdings auch ein höheres Risiko für Psychosen. Wissenschaftler sprechen sogar davon, dass ein jahrelanger Konsum zu Schizophrenie führen oder Suizide auslösen könne. Bereits im vergangenen Sommer hatte die Bundesärztekammer deshalb eine Rückführung von medizinischem Cannabis in das Betäubungsmittelgesetz gefordert, um die Therapiesicherheit zu erhöhen und Missbrauch, insbesondere durch Fernverschreibungen, effektiv zu verhindern. Die Bundesärztekammer hatte auch von Anfang an vor einer Legalisierung der Droge gewarnt. Cannabis sei nicht harmlos und stelle insbesondere für junge Menschen eine grosse Gefahr dar, weil es Gehirnstrukturen und damit die Lern- und Gedächtnisleistungen erheblich beeinträchtige.

 

 

Warnung in den Wind geschlagen

Die Warnungen von kompetenter Seite wurden von der Politik aus ideologischen Gründen ignoriert: Deutschland wurde zum weltweit bevölkerungsreichsten Land, das den Besitz und die Abgabe von Cannabis legalisierte. Wie eine Studie im Rahmen des vom Bundesgesundheitsministerium finanzierten Forschungsprojekts «Ekocan» nun zeigt, stiegen die Klinik-Einweisungen besonders wegen zwei Diagnosen: Vergiftungen und cannabisinduzierte Psychosen. Das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hatte für die Studie rund 77 000 Krankenhauseinweisungen zwischen Januar 2022 und September 2025 ausgewertet.

Zu befürchten ist, dass die Dunkelziffer noch wesentlich höher liegt. Denn Kinder und Jugendliche mit einer Cannabisvergiftung werden häufig in Kinderkliniken behandelt und nicht in den psychiatrischen Kliniken, entsprechend fehlen die Daten in der Studie. Doch trotz aller Warnungen wird von politischer Seite über die Cannabislegalisierung kaum noch diskutiert. Stattdessen wirbt derzeit die SPD für eine Zuckersteuer. Zum Schutz der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, wie Vizekanzler Lars Klingbeil und seine Genossen immer wieder betonen.

 

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