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von Carola Eissler
CDU-Politiker Jens Spahn besorgt sich mit seinem Mann ein Kind in den USA
Die Nachricht: Der CDU-Bundestagsabgeordnete, Fraktionsvorsitzende und frühere Gesundheitsminister Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke sind jetzt Eltern. Per Leihmutterschaft in den USA kam Sohn Georg zur Welt. Nach Hendrik Streeck ist Spahn innerhalb kürzester Zeit der zweite CDU-Bundestagsabgeordnete, der sich per Leihmutterschaft ein Kind verschafft. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz die Leihmutterschaft. Homosexuelle Paare weichen deshalb ins Ausland aus und umgehen so das Verbot.
Der Kommentar: In den Medien werden Jens Spahn und sein Mann Daniel Funke als Eltern gefeiert, die mit Kinderwagen im Park unterwegs sind und in die Kameras grinsen. Dabei ist die Sache biologisch gesehen ganz einfach: Eltern des Kindes sind der genetische Vater, nach eigenen Aussagen offensichtlich Spahns Ehemann, und die Mutter in den USA, die das Kind zur Welt gebracht hat. Um ein Kind zu zeugen, braucht es einen Mann und eine Frau. So hat es Gott in seiner Schöpfungsordnung vorgesehen und das aus gutem Grund. Denn das Kind hat enge Bindungen zu beiden Eltern und braucht diese, um eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln.
Leihmutterschaft ist deshalb in Deutschland nach dem geltenden Embryonenschutzgesetz verboten. Denn sie entreisst nicht nur der Mutter ihr Kind, zu dem sie in neun Monaten Schwangerschaft eine untrennbare Bindung aufgebaut hat, sie missachtet auch vollständig die Bedürfnisse des Kindes, das seinerseits eine enge Beziehung zur Mutter hat und deren Versorgung und Nähe gerade in den ersten Lebensjahren braucht. Medizinisch gesehen wird bei einer Leihmutterschaft eine Eizelle entnommen, im Labor mit dem Samen von einem der männlichen Partner befruchtet und der spätere Embryo wieder in die Gebärmutter der Leihmutter eingesetzt. In den USA und in anderen Ländern ist dies ein lukratives Geschäftsmodell. Oder sollte man besser sagen: moderner Menschenhandel?
Dass sich der Fraktionsvorsitzende der CDU im Deutschen Bundestag offen über geltendes Recht hinwegsetzt, ist nicht nur aus ethischer Sicht schockierend, sondern juristisch hoch brisant. Das erfordert eine klare Reaktion der Christlich-Demokratischen Union. Bereits im April hatte sich Spahns Fraktionskollege Hendrik Streeck per Leihmutterschaft in den USA ein Kind besorgt. Die Fraktion schwieg weitgehend.
Nun also Spahn. Und es drängt sich der Verdacht auf, dass das Gesetz zur Leihmutterschaft auf diesem Weg unterlaufen und letztlich gekippt werden soll. Dass Spahn und sein Ehemann in den Medien für den Rechtsbruch und das Unrecht an Mutter und Kind auch noch gefeiert werden, ist ein Skandal. Schön, wenn der ehemalige Gesundheitsminister und sein Ehemann glücklich sind, wie sie gerade vor jeder Fernsehkamera erklären. Doch darum geht es gar nicht. Es geht um die fundamentalen Menschenrechte von Mutter und Kind. Ein Kind, das ohne seine Mama und mit zwei Männern aufwachsen wird. Eine Mutter, die wahrscheinlich aus finanzieller Not ihren Körper zur Verfügung gestellt hatte und ihr Kind weggeben muss, weil es vertraglich so vereinbart war. Dies alles lässt einen fassungslos zurück. Die Christlich-Demokratische Union hat offensichtlich ihren ethischen und moralischen Kompass vollends verloren.
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