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von Carola Eissler

Mensch

Auf dem Weg in die soziale Isolation

Sozialverbände in Deutschland schlagen Alarm. Laut dem neuesten Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes leben inzwischen 13,3 Millionen Menschen in Armut. Damit steigt die Armutsquote auf 16,1 Prozent.

Besonders betroffen: Rentner und Alleinerziehende. Bei den Älteren ab 65 Jahren sieht die Bilanz noch düsterer aus, hier liegt die Armutsquote bei 19,5 Prozent, bei Frauen ab 75 Jahren leben sogar 21,3 Prozent unter der Armutsgrenze. Besonders armutsgefährdet sind Alleinerziehende. Sie machen in der Bilanz eine Quote von 28,9 Prozent aus. Der Paritätische Gesamtverband beruft sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Als arm gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens aller Haushalte in Deutschland verfügt. Für einen alleinlebenden Menschen lag diese Armutsgrenze im Jahr 2025 bei 1445 Euro netto im Monat. Armut ist oft schleichend, deren Auswirkungen nehmen Stück für Stück den Alltag und das Leben ein. Dass beim Einkauf gespart und nur noch mit billigen Zutaten gekocht wird, ist die eine Seite der Medaille. Armut führt jedoch auch in die soziale Isolation. Wer mit spitzem Stift rechnen muss, geht auch nicht mehr ins Kino, zu keiner kulturellen Veranstaltung und schon gar nicht mehr zum Essen oder Kaffeetrinken ausser Haus.

Die meisten Armen gibt es in den Bundesländern des Nordens wie Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Doch auch in dem einst reichen Bundesland Baden-Württemberg schlagen Inflation und Arbeitsplatzverlust durch. Die Armutsquote stieg hier in den letzten vier Jahren von 11,4 auf 13,2 Prozent.

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