© shutterstock.com/Andrii-Yalanskyi

Uhr
von Monika Hausammann

Mensch

An den Meldungen rund um den Ölpreis ist fast nichts mehr echt

Aus den aktuellen Meldungen zum Ölpreis ist vor allem eines zu lernen: Sie sind Teil eines Gesamtbildes, an dem mittlerweile fast nichts mehr echt ist. Und das Rätsel aufgibt.

«Ölpreise auf hohem Niveau im Rückwärtsgang», titelte «Watson» am 21. September. «Ölpreise unter Druck», vermeldete moneycab.com. Andere Medien stiessen ins gleiche Horn. Hauptbotschaft: Die Strasse von Hormus ist von Minen geräumt, es fliesst wieder mehr Öl in die Welt hinaus und die Diplomatie trägt endlich Früchte.

Lesen wir auch davon, dass diesem ominösen «Mehr» an Öl, das angeblich die Strasse von Hormus passiert, eine rückgängige Anzahl Tanker gegenübersteht? Und dass die Frachtraten für Öltransporte aus dem Persischen Golf durch die Strasse von Hormus gerade erst auf ein Rekordhoch gestiegen sind? Müsste es bei «mehr Öl» nicht auch «mehr Tanker» geben und müssten die Frachtraten nicht herunterkommen, wenn es angeblich so wunderbar läuft mit dem Transport von Öl?

 

 

Lesen wir davon, dass die Diplomatie bereits Hunderte Male «Früchte getragen», der Iran mindestens 70-mal besiegt wurde und die «pakistanische Quelle» allwöchentlich wieder genau dann einen bevorstehenden Deal ankündigt, wenn die Preise für Brent und WTI an den Terminbörsen ein kritisches Niveau überschreiten?

Lesen wir davon, dass die Leute die Meldungen über den Ölpreis gar nicht mehr beachten, weil die Wirklichkeit an den Zapfsäulen etwas ganz anderes erzählt? Weil der Liter Diesel in Frankreich 2.41-2.42 Euro kostet und in der Schweiz in Euro umgerechnet 2.61?

Lesen wir davon, dass US-Landwirte wegen der hohen Dieselpreise um ihre Existenz kämpfen?

Lesen wir davon, dass grosse Unternehmen aufgrund der mittlerweile grotesken Diskrepanz zwischen Terminmarkt-Ölpreisen und realen Verkaufspreisen für Destillate nicht mehr wissen, wie sie ihre Produktpreise gestalten sollen und Fehlkalkulationen befürchten?

Lesen wir davon, dass Trump wöchentlich nur noch 400 000 Barrel Öl aus den strategischen Reserven freigibt und nicht wie bisher Millionen? Ist er zur Einsicht gekommen, künstliche Ölpreisdrückung sei nicht gut? Oder ist es vielmehr so, dass das «operationelle Limit» erreicht ist, ab dem grössere Abzüge technisch immer schwieriger werden, ohne die Kavernenstabilität zu gefährden oder Schäden an Pumpen und Brunnen zu riskieren?

Lesen wir davon, dass in Frankreich je nach Region 18 bis 25 Prozent der Tankstellen keinen Diesel oder kein Benzin mehr haben?

Lesen wir davon, dass die grösste saudische Ölfirma, Saudi Aramco, die europäischen Raffinerien im Oktober mit keinem Öl beliefern wird? Null?

Lesen wir davon, dass der Preis für Brent (Nordsee) und WTI (Oklahoma Cushing) unerklärlicherweise zwischen 93-101 Dollar pro Barrel liegt, alle andern wie Ural, Murban, Dubai, etc. aber viel höher bei 115-120 Dollar pro Barrel, was auf ein künstliches Tiefhalten der Preise für Brent und WTI hindeutet?

Vieles lesen wir nicht. Und das meiste wissen wir nicht. Was wir aber wissen: Mitten in dieser Gemengelage, die absehbar zu einer Katastrophe speziell für Europa führt, verlängert die EU die Sanktionen gegen jenes Land für drei Jahre, das langfristig helfen könnte. Und die Ukraine bombardiert eine russische Ölraffinerie nach der anderen. Protest vonseiten der EU? Fehlanzeige. Derweil hört man aus den europäischen Regierungspalästen nichts als kurzfristiges Aktivismus-Vokabular: Preisdeckel für Destillate, Übergewinnsteuern für Ölkonzerne. Staatliche Direktzahlungen an Bürger und Unternehmen würden ins Schema passen und werden nicht auf sich warten lassen. Weitere Schulden auf Staatsseite bei gleichzeitig explodierenden Langfristzinsen, Verarmung der Mittelschicht. Staatsschuldenkrise. Das Einzige, was dann noch fehlt, ist eine Währungsreform. Elektronisch diesmal. 2029 ist der E-Euro bereit zur Einführung.

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/SsCreativeStudio
Glaube

Eltern zwischen den Fronten

Kinder, die ihre Eltern mit ihrem Trans-Wunsch konfrontieren, sind zum allergrössten Teil im Pubertätsalter. Die Eltern sind überfordert und geraten zwischen die Fronten – sie finden auch bei Schulen und sogenannten Fachstellen oft keine Unterstützung. Im Gegenteil.

[mehr] Eltern zwischen den Fronten
© shutterstock.com/Zacarias da Mata
Natur

Ein Fels im Sturm

In einer Welt, in der Lüge und Wahrheit zunehmend zu verschmelzen drohen, kann man leicht die Orientierung verlieren. Doch gerade in Stürmen zeigt sich, worauf unser Leben gründet.

[mehr] Ein Fels im Sturm
© shutterstock.com/worradirek
Mensch

«Das pure, ungezügelte Böse»

Junge britische Mädchen, oft aus zerrütteten Verhältnissen, werden systematisch von Drogen abhängig gemacht, missbraucht und vergewaltigt. Die Täter: Bis zu 95 Prozent Muslime, oft aus Pakistan. Ein neuer Bericht zeigt die Dimension: 250 000 Opfer seit den 1950er-Jahren – und offenbart ein systematisches Versagen und Wegschauen von Behörden und Politik.

[mehr] «Das pure, ungezügelte Böse»

Mehr entdecken

ethos  

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos bringt die Frohe Botschaft mitten ins Leben, informiert über Zeittrends, hält den Wertmassstab der Bibel hoch und macht Mut, den Glauben im Alltag zu leben. Die Zeitschrift für Jung und Alt erscheint 6-mal im Jahr mit 68 Seiten.

ethos open hands 

Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.