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von Monika Hausammann

Glaube

An alles glauben – nur nicht an Gott

Je weiter sich die Menschen der westlichen Gesellschaften von Gott und seinen Ordnungen entfernen, umso grösser wird offenbar ihre Bereitschaft zu glauben. Wir sind auf dem besten Weg, zu einem düsteren «Gottesstaat» ohne Gott zu werden.

Es ist eine der Passagen der Bibel, die mich immer aufs Neue erstaunt: Jesus beschreibt darin, wie die Oberen des Volkes völlig ungerührt Gottes Gebot und die Institution der Familie der eigenen Gier opfern. Sie lehrten nämlich: Wer zu seinen Eltern sage, «Eine Opfergabe sei das, was dir von mir zukommen könnte», sei von dem Gebot, seine Eltern zu ehren, entbunden (vgl. Matth. 15,1-9).

Die Menschen, die nach dieser Anweisung handelten, glaubten den Pharisäern und Schriftgelehrten. Doch sie hätten es besser wissen können. Die Heilige Schrift und die Wirklichkeit sprachen gegen die Anweisung. Gottes Gebot, seine Eltern zu ehren, ist deutlich genug. Und sie sahen, dass ihre Eltern sie brauchten. Dennoch glaubten sie dem Wort von Menschen, deren Interesse klar zutage trat.

 

 

Die Geschichte wiederholt sich

Seit einigen Jahren lässt sich Vergleichbares in unserer Gesellschaft beobachten. Die wahrnehmbare Wirklichkeit in den sogenannten Krisen der letzten Jahre spricht gegen die Behauptungen von Politikern, deren Interesse für jeden sichtbar sind. Sie haben bei der Einführung des Euro gelogen (Der Euro ist so stabil wie die D-Mark. Seither hat er gemessen an Gold über 90 Prozent seines Werts verloren); sie haben in der sogenannten Finanzkrise gelogen (es sind nicht Staaten gerettet worden mit Steuergeldern, sondern deren Gläubiger – also Kreditfirmen bzw. Banken); sie haben im Rahmen der sogenannten Migrationskrise gelogen (Diese Leute kommen alle, um zu arbeiten. Sie werden unsere Renten bezahlen); sie haben bei Corona gelogen (Wer sich impfen lässt, kann sich selber und andere nicht mehr mit Corona anstecken). Und trotzdem glaubt ihnen die Mehrheit der Menschen nach wie vor. Sogar heute noch, wo die Behauptungen immer absurdere Züge annehmen.

Am 21. Oktober 2026 sagte Ursula von der Leyen im Plenum des Europäischen Parlaments in Strassburg gemäss Transkript ihrer Rede: «Diesen Sommer waren wir Zeugen der tragischen Szenen in Ceuta. Und wir haben gesehen, wie Russland und Belarus die Migration als Waffe eingesetzt haben. Staatliche und nichtstaatliche Akteure provozieren absichtlich massive Bewegungen von Menschen, um die Behörden zu überfordern, Angst zu säen und uns zu spalten.»

Am 20. Oktober erklärte der französische Politiker Patrick Molinoz, Vizepräsident der französischen Bürgermeisterassoziation, es sei ziemlich sicher, dass Russland an den französischen Protesten beteiligt sei. Der Aussenminister Jean-Noël Barrot blies ins selbe Horn und der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto gab zu Protokoll, die in sein Land überschwappenden gewaltsamen Ausschreitungen seien Teil der hybriden Kriegsführung Russlands.

 

Gottlosigkeit führt ins Absurde

All diese Äusserungen kursierten im Internet und wurden millionenfach geteilt. Und geglaubt. Der überprüfbaren Wirklichkeit des politischen Handelns der letzten Jahre und der offen zutage liegenden Interessen zum Trotz. Und es zeigt sich einmal mehr: Wer nicht an Gott und seine Gebote glaubt, verliert sowohl Wahrheit als auch Wirklichkeit aus den Augen. Er glaubt dann nicht einfach nichts mehr und ist 100 Prozent Ratio – er glaubt dann schlicht alles. Auch das Unmögliche, Irrationale, Absurde.

 

 

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